Kreativ werden mit Computerspielen

Eindrücke von play10 in Potsdam

08.12.2010
Ein erfolgreicher Abschluss für ein kreatives und produktives Jahr: Vom 2. bis 4. Dezember öffnete play10, das Festival zum kreativen Umgang mit Computerspielen, in Potsdam seine Pforten. Der Besucherandrang war hoch, die Eindrücke vielfältig. spielbar war mittendrin, hier ein Rückblick.


Bereits zum dritten Mal lud die Initiative Creative Gaming Schülerinnen und Schüler, Pädagogen, Eltern und andere Interessierte nach Potsdam zu play. Die neue, zentraler gelegene Location in den Passagen des Hauptbahnhofs Potsdam bot Platz für Kunstinstallationen, Workshop- und Spielstationen. Auch in diesem Jahr gab es wieder bei play drei Tage lang einiges zu bestaunen und auszuprobieren.

Milch ist nicht nur zum Trinken da

Der Ausstellungsbereich von play10 lockte mit kuriosen Installationen. Großer Beliebtheit erfreute sich beispielsweise „Milky Boat“, ein Projekt von Tobias Othmar Hermann, das virtuelle und reale Welt auf ungewöhnliche Art und Weise koppelt. Hier wird eine virtuelle Umgebung auf eine mit Milch gefüllte Wanne projiziert. In dieser Umgebung schwimmen Rettungsringe und Minen. Die Spielenden steuern ein reales Boot auf dieser projizierten Fläche und versuchen möglichst viele Ringe einzusammeln ohne dabei die Minen zu berühren.

Auch die Installation mit dem Namen „Roy Block“ von Sebastian Schmieg brachte mit seiner Kombination aus Virtualität und Realität erstaunte Blicke auf der play10 hervor. Die Spielenden bewegen mit Hilfe zweier realer Würfel eine virtuelle Spielfigur zum Ziel und weichen dabei kleinen Hindernissen aus.



Selbst ist der Gamer

Produktiv wurden Schulklassen und andere Besucherinnen und Besucher in den verschiedenen, bei play10 angebotenen, Werkstätten. Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsenen konnten hier ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Unter medienpägagogischer Anleitung erstellten sie eigene kleine Computerspiele mit der kostenlosen Software Kodu oder drehten Machinimas mithilfe der Film-Funktion innerhalb existierender Spiele wie beispielsweise „Die Sims“. Bei der Werkstatt-Station von spielbar.de wurden Teilnehmende zu „professionellen“ Spieletestern. Vor allem die Bewegungssteuerung und die Indie-Games hatten es den Teilnehmenden angetan. Die Testergebnisse wurden anschließend als Kommentare zu den jeweiligen Spielen auf spielbar.de veröffentlicht.

Bühne frei!

Die Workshop-Ergebnisse der play10 wurden täglich auf der Bühne präsentiert. Daneben berichteten Fachleute der Spieleentwicklung und der Medienpädagogik in Kurz-Inputs aus der Praxis und gaben Denkanstöße. Im Rahmen dieser Kurzvorträge stellte spielbar.de unter dem Titel "Bilderrätsel“ vor, wie man durch Screenshots den kritischen Blick auf Computerspiele schärfen kann. Irreführende Screenshots machen hier deutlich, wie trügerisch der erste Eindruck eines Spiels sein kein. Das Konzept ging auf. Kinder wie Erwachsene wurden gleichermaßen durch die Screenshots getäuscht und kamen so ins Gespräch über Computerspiele.

Neues aus dem Labor

Traditionell präsentieren die Medienkünstler aus dem Labor zum Abschluss von play das Spiel, das sie während des dreitägigen Festivals entwickelten. Das Spiel der play10 trägt den Titel „Ordnungswissenschaft“ und weist eine Besonderheit verglichen mit den Entwicklungen der Vorjahre auf: Es ist analog!
Im Zentrum stehen Würfel, die die Spielenden nach vorgegebenen Anweisungen umsortieren. Wer es schafft, am Ende einer Spielrunde auf seinem eigenen Stapel nur noch einen Würfel stehen zu haben, hat gewonnen. Strategie, Geduld und ein wenig Glück führen zum Ziel.

Über play10

play10 ist eine Veranstaltung der Initiative Creative Gaming e.V. in Kooperation mit spielbar.de, der interaktiven Plattform der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Computerspiele und AMAZE. Finanziert aus Mitteln des medienboard berlin brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung der Bahnhofspassagen Potsdam.

Weiterführender Link

play08-10

Weblinks

Roy Block

Milky Boat

Blog von Creative Gaming

1 Kommentar

Ausführlicher Bericht zu play10 auf spielbar.de | Blog Cre schreibt:

[...] Auf der Webseite unsers Kooperationspartners spielbar.de ist ein Rückblick auf das Festival in Potsdam erschienen:

“EINDRÜCKE VON PLAY10 IN POTSDAM
Selbst ist der Gamer. Das Festival zeigte, wie Computerspiele kreativ genutzt werden können.” [...]

11.01.2011 um 12:26


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