12,4 Millionen Deutsche spielen Online-Games

01.07.2010
Eine aktuelle Studie bestätigt: Online- & Browsergames gewinnen zunehmend an Bedeutung und sind längst kein Nischenmarkt mehr. Vor allem der hohe Anstieg kostenfreier Spiele, die im Browser oder über Social Networks gespielt werden können, trug dazu bei.


Jeder Fünfte Deutsche spielt Online- und Browsergames. Zu dem Ergebnis kam der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU). Hintergrund ist eine repräsentative Studie, in dessen Rahmen zwischen 2008 und 2010 jährlich circa 25.000 in Deutschland lebende Personen über 10 Jahren zu Spielgewohnheiten in Internet befragt wurden. Erste Ergebnisse dazu wurden nun veröffentlicht.

Zum Vergleich: 2009 spielten laut einer Studie von Bitkom noch 10 Millionen Deutsche im Internet, jetzt sind es nach Angaben des BIU schon 12,4 Millionen. Bei den Browsergames liegen kostenfreie Spiele und Social Games à la „Farmville“ ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Im Ranking der beliebtesten Onlinegames, die eine Software-Installation voraussetzen, liegt das MMORPG World of Warcraft“ an Position eins, dicht gefolgt vom Ego-Shooter Counter-Strike: Source“ und „Guild Wars“, einem weiteren MMORPG. Platz vier belegt interessanterweise „Call of Duty: Modern Warfare 2“. Hierbei handelt es sich um ein Offline-Spiel, das allerdings es über einen speziellen Online-Modus verfügt, in dem die Spielenden über das Internet gegeneinander spielen können.
Das macht deutlich, wie die Grenze zwischen Online- und Offline-Gaming nach und nach verschwindet. Diesen Trend nahm schon die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) in ihrer Jahresbilanz 2009 wahr. Die Entwicklung zum vermehrten Online-Gaming rückt die Diskussion um die Alterskennzeichnung von Spielen im Internet in den Vordergrund. Denn Spiele, die nicht auf einem Datenträger erscheinen, fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der USK und erhalten demzufolge auch keine Alterskennzeichnung. In dem Zusammenhang bleibt die Umsetzung des neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrags abzuwarten, der genau diese Problematik zu beheben versucht und 2011 in Kraft treten wird.

Interessanterweise gingen mit dem Anstieg der online Spielenden die Umsätze, die mit den entsprechenden Spielen gemacht werden, von insgesamt 222 Millionen Euro 2008 auf 204 Millionen Euro 2009 zurück. Sowohl Onlinespiele, bei denen Abonnements Haupteinnahmequelle sind, als auch die Browsergames, die sich hauptsächlich über den Verkauf virtueller Güter finanzieren, mussten in den letzten Jahren einen Einnahmerückgang verbuchen. Der Grund für den Rückgang ist dem BIU zufolge in der derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Situation zu suchen. Für die kommenden Jahre wird dagegen ein erneuter Anstieg prognostiziert.

Wer Deutschland in Bezug auf Online-Gaming im Europavergleich sehen möchte, dem ist ein Blick in die kürzlich erschienene Verbraucherumfrage der Interactive Software Federation of Europe (ISFE) zu empfehlen. Hier wurden europaweit Gamer zwischen 16 und 49 Jahren zum Thema Computerspiele, unter anderem auch Onlinespiele, befragt. Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen die der BIU-Studie, geben aber auch zusätzliche Auskünfte über Spielgewohnheiten der europäischen Gamer.

Weiterführende Links

Bitkom-Studie: 10 Millionen Deutsche spielen im Internet

USK Jahresbilanz 2009

Der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Weblinks

Studie BIU 2010

ISFE Consumer Survey 2010 „Video Gamers in Europe“ als PDF

1 Kommentar

Adutainment » Demographie Computerspiel schreibt:

[...] der Seite spielbar.de können neben der Studie der ISFE “Video Gamers in Europe 2010” noch weitere Quellen [...]

25.07.2010 um 13:57


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