Online-Distribution

Games on Demand

12.05.2010
Computer- und Konsolenspiele, ohne CD/DVD, Download, Installation oder Updates? Mit „Games on Demand“ kommen aktuelle Spiele direkt aus dem Internet auf den heimischen PC, ohne Anforderungen an die Hardware zu stellen. Ein Trend mit Vorteilen für Gamer und Computerspielindustrie.


Computerspiele verlagern sich zunehmend ins Internet. Online- und Browsergames ermöglichen bereits, ein und dasselbe Spiel ortsunabhängig an unterschiedlichen Rechnern zu spielen. Online-Distributions-Plattformen wie „Steam“ machen das klassische Kaufhaus für den Erwerb von Computerspielen überflüssig. Auf der Game Developer Conference 2010 in San Francisco zeichnete sich ein neuer Trend der Online-Distribution ab: „Games on Demand“ - Spiele-Streaming via Internet.

„Games on Demand“ (übersetzt „Spiele auf Abruf“) ist vergleichbar mit einem Video-Stream, bei dem man sich einen Film direkt im Internet anschaut, ohne ihn zu downloaden. Spielinhalte werden demnach nicht auf dem heimischen Computer installiert oder gespeichert, stattdessen läuft das gesamte Spiel auf einem zentralen Server, der „Cloud“ (übersetzt „Wolke“). Deshalb wird das Prinzip oftmals auch „Cloud Gaming “ genannt. Die Gamer haben via Internet weltweiten Zugriff auf die Daten. Einzige Vorraussetzung für Games on Demand ist eine dauerhafte und schnelle Internetverbindung.
Die obligatorische Internetverbindung sorgte bereits bei Ubisofts neuem Online-Kopierschutz für Diskussionen. Im Fall von Games per Live-Streaming scheinen jedoch die Vorteile zu überwiegen. Die Gamer können Spiele direkt im Internet auswählen und sofort spielen. Aufwendige Installationen entfallen. Die Spiele laufen auf externen Servern, die regelmäßig gewartet und aufgerüstet werden. Demzufolge können die Spielenden einen schwächeren PC benutzen, als das Spiel normalerweise erfordert, die Kosten für neue Hardware und Grafikkarten können sie sparen. Auch lästige Patchs und Updates entfallen, für die Aktualität der Spiele sorgt der Anbieter der Server. Auch die Computerspielindustrie profitiert von dem Angebot, denn Raubkopien sind bei einem Cloud-basierten Spiel unmöglich. Kosten für die aufwendig erstellten Datenträger und den Vertrieb entfallen ebenfalls. Das wiederum könnte sich für Gamer in niedrigeren Preisen niederschlagen.

Einer der ersten Anbieter solcher Spiele per Live-Stream ist Onlive. In den USA soll es bereits Mitte Juni starten, für Europa ist der Launch für 2011 vorgesehen. Laut Anbieter können Spielende damit selbst Konsolenspiele auf dem heimischen PC oder Fernseher spielen. Sie benötigen lediglich ein Browser-Plug-in und ein Konto bei Onlive beziehungsweise einen entsprechender Adapter für das TV-Gerät. Der Dienst sowie die Spiele sind kostenpflichtig.
Gaikai, ein weiterer Anbieter, funktioniert ähnlich. Gründer David Perry sieht das Angebot aber nicht als direkte Konkurrenz zu Onlive. Die Entwickler wollen die Cloud-Technologie Publishern zur Verfügung stellen. Spiele wie „Call of Duty 4: Modern Warfare“ und selbst „World of Warcraft“ sollen mithilfe von Gaikai dann einfach im Browser laufen. Für die Gamer entstehen durch den Dienst keine zusätzlichen Kosten.

Es ist anzunehmen, dass diese beiden Anbieter von „Games on Demand“ nicht die einzigen bleiben werden. Das Internet als Spiele-Plattform etabliert sich zunehmend. Wir beobachten die Entwicklung gespannt weiter.

Weiterführender Link

Studie: Zehn Millionen Deutsche spielen im Internet

Weblinks

Onlive

Gaikai

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