JIM 2009

Vermehrt „brutale“ Computerspiele im Freundeskreis?

04.01.2010
Die diesjährige JIM-Studie zum Medienumgang von Jugendlichen in Deutschland widmet sich ausführlich dem Thema Computerspiele. Erstmalig wurden Ergebnisse zu Onlinespielen und „brutalen“ Spielen im Freundeskreis veröffentlicht.

 


Die JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-)Media), die vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) herausgegeben wird, ist eine Basisstudie zum Mediennutzungsverhalten 12- bis 19-Jähriger. Von allen Jugendlichen in Deutschland wurde 2009 eine repräsentative Stichprobe von über 1.200 jungen Menschen telefonisch befragt.

Themenschwerpunkte der Untersuchung sind unter anderem Musiknutzung, Bücher, Fernsehen, Radio und Handy. Im Umgang mit Computer und Internet wird eine Trennung zwischen Online und Offline zunehmend schwieriger. Daher widmet sich die JIM 2009 neuen Schwerpunkten. Konsolen - und Onlinespiele werden erstmals gesondert aufgeführt, wobei hinsichtlich des Spielverhaltens zwischen „alleine“ und dem Spielen mit anderen unterschieden wird.

Vier Fünftel der Jugendlichen nutzen Computer-, Konsolen-, Onlinespiele mehr oder weniger Intensiv. 45 %, hauptsächlich Jungs, spielen sogar mehrmals pro Woche. Ein Fünftel verzichtet ganz auf diese Art der Unterhaltung.

Die Anzahl derer, die alleine spielen und die der gemeinsam Spielenden hält sich in etwa die Waage.
Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass Onlinespiele mehr im Alltag der Jugendlichen integriert sind als Offlinespiele.

Das Genre betreffend, sind bei Mädchen immer noch Strategiespiele am beliebtesten. Vor allem Die SIMS haben viele weibliche Fans. Bei Jungen liegen Shooter- bzw. Actionspiele vorne, wie z.B. Counter Strike oder Grand Theft Auto.

Im Zusammenhang mit dem Jugendschutz wurden auch dieses Jahr wieder Fragen zur Alterskennzeichnung gestellt. Zwei Drittel der Jugendlichen gaben an, bereits Spiele gespielt zu haben, für die sie laut Alterskennzeichnung noch zu jung waren.



Im Zusammenhang mit der „Killerspiel“-Diskussion wurde erstmalig im Rahmen der JIM-Studie nach „brutalen“ (hier: gleichgesetzt mit stark gewalthaltigen) Spielen im Freundeskreis gefragt. Laut 42 % der Befragten sind brutale Spiele im Freundeskreis durchaus verbreitet. Allerdings ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Nur bei jedem zehnten Mädchen nutzen die meisten Freunde brutale Spiele, bei den Jungen dagegen sind es 34 %. Besonders auffällig sind die Altergruppe ab 14 Jahren und Jugendliche mit Hauptschulhintergrund. Dort sind bei 38 % brutale Spiele im Freundeskreis die Regel.

Im Vergleich zum Vorjahr hat der Anteil der Jugendlichen, bei denen der größte Teil der Freunde besonders gewalthaltige Spiele nutzt, zugenommen. Allerdings sollte an dieser Stelle bedacht werden, dass der Begriff „brutal“ für jeden eine unterschiedliche Definition zulässt. In der JIM-Studie wird er nicht weiter erläutert, sondern mit „gewalthaltig“ gleichgesetzt. Daher sind auch die eben genannten Ergebnisse ungenau.

Die komplette JIM-Studie kann unter www.mpfs.de kostenlos herunter geladen werden.

Weiterführende Links

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Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest

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