Jugendforum auf der 1. gamescom in Köln 2009

Mit Rauschbrille in Lichtgeschwindigkeit zur Medienkompetenz

01.09.2009
Unter dem Motto „Spielend Lernen in virtuellen Welten" fand im Rahmen der Kölner gamescom das Jugendforum NRW 2009 statt. Auf rund 600 Quadratmetern präsentierten sich in Halle 8 die verschiedenen Angebote in direkter Nähe zu namhaften Größen der Spielebranche.


Kaum hat man die aufwendige, weihnachtliche Winterlandschaft eines großen Spiele-herstellers hinter sich gelassen, steht man auch schon vor dem Stand des Jugendforums. Blickfang ist ein orangefarbener Baldachin, in dessen Nähe sich ein - meist belegter - Tischkicker befindet. Nicola Furch vom ComputerProjekt Köln e.V.freut sich über ihr erstes Kölner Heimspiel: „Durch diesen Kicker haben wir hier am Stand die ganze Zeit sehr großen Andrang.“ Man wolle so einen Bezug zwischen analogem und digitalem Fußball (zusätzlich besteht die Möglichkeit FIFA09 an einer Konsole zu spielen) herstellen, was von vielen Messebesuchern als eine willkommene Abwechslung ohne langes Schlange stehen genutzt wird.

Für die Besucher haben einige Partner des Jugendforums eine Rallye ausgearbeitet, bei der die Teilnehmer an den einzelnen Ständen Aufgaben erledigen müssen, um möglichst viele Punkte zu sammeln und an einer Verlosung teilzunehmen. Quizfragen, Computer auseinanderschrauben, Geschicklichkeits- und Rennspiele sind nur wenige Beispiele dafür. Auch Erwachsene sollen hier auf ihre Kosten kommen, so können sich Eltern bei den medienpädagogischen Institutionen zum Umgang mit den beliebten digitalen Hobbies ihrer Kinder beraten lassen. Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe, Lehrer und andere Interessierte nutzen das Jugendforum als Fortbildungsveranstaltung und erhalten Schulungen von einigen Institutionen vor Ort.

D
as poppige Logo des Projekts "Web-Crack" der Drogenhilfe Köln lacht den Besuchern entgegen. Projektleiterin Dorothee Mücken lädt Jugendliche hier zu kreativen Wettbewerben (Videodreh, Songwriting und Postergestaltung) ein. Weiterhin können sich Eltern unter websucht.infoüber die Problematik der Online-Sucht informieren.

Eine Autofahrsimulation der besonderen Art wartet im Bereich des Instituts Spielraum der Fachhochschule Köln. Ein aufgebockter, halber SMART namens "Fuffy" bietet mit Hilfe einer Rauschbrille die Möglichkeit, das Führen eines Fahrzeuges unter Alkoholeinfluss erfahrbar zu machen. Der Simulator wurde von der Jugendwerkstatt unter fachlicher Anleitung gebaut. Die Frage, warum dafür ein halbes Auto verwendet wird, beantwortet Horst Pohlmann verblüffend einfach: „Da wir mit dem Simulator viel unterwegs sind, muss das Vehikel auch durch normale Türen passen.“

Ob man mit Hilfe von Computerspielen lernen kann? Damit beschäftigt sich das europäische Forschungsprojekt "80Days". Guido Doublet informiert hier über ein Spiel, in dem ein Junge von Aliens entführt wird und diesen aus dem Weltraum die Erde erklären muss. SchülerInnen können auf diese Weise Geografie spielend lernen und erleben.

Im Innenraum des Jugendforums trifft man auf Heiko Walter vom jfc Medienzentrum. Mit dem Projekt „digital und draußen“ kombiniert das jfc das Angebot moderner, digitaler Medien mit der realen Umwelt. Eine Schnitzeljagd per GPS soll beispielsweise technikaffine Jugendliche vom Bildschirm weglocken. Erfolgt der Einstieg in die „Außenwelt“ zunächst über ein Interesse an den digitalen Werkzeugen, bleibt nach solchen Events eher der Gruppenaspekt und das Teamwork bei den jungen TeilnehmerInnen im Gedächtnis.

Ein Science Center nach amerikanischem Vorbild ist das Odysseum, das im April seine Pforten in Köln öffnete. Auf der gamescom bietet sich hier die Möglichkeit, mit einem Fahrrad visuell simulierte Lichtgeschwindigkeit zu erleben. Das Projekt „Roberta“ wendet sich an SchülerInnen, die während der Messe in Workshops autonome Roboter basteln und programmieren.

Laut wird es am Stand des e-sport clubs n!faculty. BesucherInnen können hier Ihre Lieblingsspiele auf großer Leinwand spielen. Das Ganze wird von einem Kommentator moderiert, so dass der Spielende sich wie ein Profispieler fühlt, der an einem großen e-sport-Turnier teilnimmt. Neben e-sport bietet n!faculty im neuen Vereinsheim auch Programmierkurse für Jugendliche an. So ein Kurs kann ein guter Einstieg für diejenigen sein, die später in einem der zahlreichen Medienberufe arbeiten möchten. Die Initiative "Ausbildung in Medienberufen AIM" ist hier die richtige Anlaufstelle und folglich auch mit einem Infostand präsent.

Alle Projekte hier im Detail vorzustellen, würde den Rahmen sprengen, sei es nun die Eltern-LAN der GameParents e.V., die Community "Mixopolis" oder der Verein logout. Gerade die Mischung aus Angeboten von Jugendlichen für Jugendliche sowie die ausführlichen Informationen zu Medienkompetenz und Medienpädagogik an die Zielgruppe der PädagogInnen und Medien haben das Jugendforum NRW 2009 zu einem vollen Erfolg gemacht.

An dieser Stelle noch eine Auflistung aller anderen Initiativen und Projekte:
Medienzentrum Rheinland, Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz,daddelBIB, Digitale Kultur e.V., Infoc@fe, Jugendzentren Köln, Studio im Netz,sk stiftung jugend und medien, Stadt Köln, STUDYbuddy
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1 Kommentar

Bookmarks vom 1. September | KOMA medien schreibt:

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07.09.2009 um 23:28


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