Zehn Jahre Counter-Strike

01.09.2009
Counter-Strike ist ein Phänomen. Zehn Jahre sind seit dem Erscheinen der ersten Beta -Version vergangen. Eine lange Zeit in der Spielewelt. Dennoch erfreut sich die Half-Life-Mod großer Beliebtheit unter den Gamern und zählt zu den wichtigsten Spielen des E-Sports.

 



Counter-Strike gehört zu den meistgespielten Games weltweit, ist der populärste Multiplayershooter und prägte nicht zuletzt die komplette Spielelandschaft nachhaltig. Dennoch oder gerade deswegen ist das Spiel nicht unumstritten und immer wieder Thema öffentlicher und mitunter einseitiger Debatten über das Gefahrenpotenzial von Computerspielen. Stellvertretend für alle Ego-Shooter wird Counter-Strike von den einen als Symbol und Prototyp des fragwürdigen Games verwendet. Für die anderen ist es schlicht ein gelungenes Spiel um virtuelle Wettkämpfe auszutragen.

Warum ist Counter-Strike so populär? Wie schafft es ein Spiel, sich der technischen Entwicklung zum Trotz zehn Jahre erfolgreich in der sonst so schnelllebigen Gameslandschaft zu halten? Die Antwort ist vielschichtig.

Counter-Strike ist eine Modifikation des 1998 erschienenen 3D-Actionspiels Half-Life. Dieses setzte vor allem durch seine damals herausragende Grafik neue Maßstäbe und wusste aufgrund der durchdachten Handlung zu gefallen. Half-Life war populär. Kein Wunder also, dass unzählige Games-Enthusiasten eigene Versionen kreierten und sich diese Mods großer Beliebtheit erfreuten. Doch warum hat sich gerade Counter-Strike durchgesetzt und Kultstatus erlangt?

Bei den meisten Mods handelte es sich schlicht um neue Maps von Half Life. Minh Le und Jeff Cliffe, die Köpfe hinter Counter-Strike, machten das anders. Die beiden Informatikstudenten schufen ein innovatives Spielprinzip, welches sich von anderen Mods grundlegend unterschied. Wichtigste Neuerung war, dass die Spielenden nicht mehr als Einzelkämpfer gegen computergesteuerte Monster oder, wie im Death-Match-Modus, gegen andere Mitspielende kämpften. Stattdessen traten zwei Teams aus Polizisten und Terroristen gegeneinander an. Die Teammitglieder mussten taktisch und kooperierend agieren, um das Match für ihre Mannschaft zu entscheiden. Es gab nichts Vergleichbares auf dem Markt.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzendes Punkt ist, dass Counter-Strike von Gamern für Gamer geschaffen wurde. Es standen keinerlei kommerzielle Interessen dahinter. Das Spiel wurde kostenlos über das Internet vertrieben und war somit allen Spielenden frei zugänglich.

Die erste Beta-Version von Counter-Strike erschien am 19. Juni 1999. Sie enthielt das Geißel-Rettungsszenario sowie vier Spielkarten. Im Monatstakt folgten dann weitere Versionen, in denen Bugs beseitigt sowie zusätzliche Karten und Waffen eingefügt wurden. Das Bombenentschärfungs-Szenario, welches üblicherweise beim E-Sport genutzt wird, wurde ab der Beta 4.0 integriert. Am 8.November 2000 wurde die Counter-Strike 1.0 veröffentlicht. Bis zur finalen 1.6-Version veränderten sich weitere Details des Spiels. Eine besonders wichtige Neuerung war die Möglichkeit über ein Headset mit den Teammitgliedern zu kommunizieren.


Weiterführender Link


Phänomen Bildschirmspiele: Counter-Strike
Torsten Bachem
Dieser Artikel wurde verfasst von:

1 Kommentar

Tobias Miller (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Ein Special von 3sat neues anlässlich von zehn Jahren Counter-Strike bietet einen guten ersten Eindruck vom Spiel. Unter anderem: Eine “erklärende Betrachtung“ von Counter-Strike mit Playmobil-Figuren, Geschichte des Spiels von der Entstehung als Mod, dem Erfolg im E-Sport bis hin zur Wirkungsdebatte. Außerdem ein Interview mit Prof. Klimmt und Thema Frauen & Counter-Strike.

Die Sendung ist in der Mediathek abrufbar
http://tinyurl.com/r32sqd

17.08.2009 um 10:04


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