Browsergames – Ein weites Feld (Teil 2)

18.01.2010
Im ersten Teil von „Browsergames – Ein weites Feld“ wurden exemplarisch einige Spiele vorgestellt und die Genrevielfalt mitsamt ihren Unterschieden angesprochen. Im zweiten Teil geht es um Browsergames im Allgemeinen. Was ist typisch und worauf sollten Eltern achten?
Im Umgang mit Browsergames ist wesentlich, dass die Spielenden nicht auf den eigenen Computer mit entsprechender Soft- und Hardware angewiesen sind. Ob am Arbeitsplatz, im Internetcafé, im PC-Pool der Uni oder bei Freunden: Man kann sich jederzeit und überall einloggen und losspielen. Und genau diese Flexibilität macht Browserspiele für viele Menschen so attraktiv. Die Leistungsfähigkeit des eigenen Computers spielt kaum eine Rolle. Wichtig ist lediglich eine stabile Internetverbindung. Der Unterschied zum Online-Mehrspieler-Modus herkömmlicher Spiele besteht darin, dass das Spielgeschehen im Internetbrowser abläuft. Die Installation einer Software ist nicht erforderlich.

Typisch bei Browsergames ist das Anlegen eines Accounts, für den Nickname , Passwort und Mailadresse angegeben werden. Vereinzelt werden auch Geburtsjahr oder Postleitzahl erfragt. Weitere persönliche Daten sollten aber keinesfalls angegeben werden!

Browsergames können sich bezüglich Grafik, Sound und Komplexität der Handlung nicht mit PC- und Konsolenspielen messen. Die Spieleanbieter wollen möglichst viele Menschen mit einem breiten Angebot erreichen. Dafür müssen die Spiele nicht perfekt sein. Das kann auf der einen Seite für neuartige Konzepte und eine Konzentration auf das Wesentliche stehen, ist auf der anderen Seite aber auch die Ursache für lieblos umgesetzte, ideeschwache oder kopierte Spiele.

Auf vielen Internetportalen werden kleinere Spiele gratis zur Verfügung gestellt, beispielsweise um die Attraktivität der Seite zu erhöhen. Es gibt zudem etliche Unternehmen, die sich auf Browsergames spezialisiert haben. Sie finanzieren sich durch Werbeeinnahmen, kostenpflichtige Mitgliedschaften und Services sowie durch den Verkauf von In-Game-Gegenständen. Beispielsweise kann virtuelle Währung erworben werden, mit welcher man dann im Spiel neue Waffen oder Accessoires kaufen kann. Das verschafft Vorteile und sorgt für länger anhaltenden Spielspaß.

Die Anbieter locken mit einer Vielzahl an Möglichkeiten, das Spiel aufzupeppen und stellen diverse Zahlungsmethoden zum Erwerb dieser bereit. So können die Extras fast immer per Lastschrift, Überweisung, Kreditkarte und sogar mit SMS bezahlt werden. Besonders letzteres ist für Kinder verlockend.

Doch nicht nur aus diesem Grund sollten sich Eltern die Browsergames genau ansehen. Denn für Internetangebote gibt es keine gesetzliche Alterskennzeichnung durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Damit entfällt eine wichtige Orientierungshilfe beim ersten Einschätzen der Spiele. Erschwerend kommt hinzu, dass auf vielen Internetseiten unterschiedlichste Spiele angeboten werden. Nicht alle sind auch für Kinder geeignet. Direkt neben harmlosen Games findet man auch welche mit fragwürdigem Inhalt.

Das aktive Spielgeschehen ist bei einigen Browsergames dürftig und beschränkt sich auf das Verändern von Einstellungen oder das Starten eines Quests. Dann heißt es abwarten! Oft läuft schlicht ein Countdown ab. Auf die Handlung und den Ausgang haben die Spielenden in dieser Zeit keinen Einfluss mehr. Solche Browsergames wollen nebenbei und über einen längeren Zeitraum gespielt werden. Wer seine volle Aufmerksamkeit einbringen möchte wird sich jedoch schnell langweilen.

Die Community nimmt bei Browsergames oft viel Raum ein. Man bildet Teams, spielt zusammen, kümmert sich um Einsteiger und unterhält sich in angegliederten Foren oder im spielinternen Chat. Letzterer ist entweder öffentlich, so dass alle Spielende die Kommentare lesen können, oder privat und damit vollkommen anonym. Hier ist Vorsicht geboten, denn diese Chats sind in der Regel unmoderiert und es gibt somit keine Kontrollinstanz. Die Spielenden wissen zudem nicht genau mit wem sie es zu tun haben.

Eltern sollten weiterhin auch auf die Spieldauer ihrer Kinder achten. Einige Browsergames sind Langzeitspiele. Die Spielhandlung läuft oft auch weiter, wenn die Spielenden nicht online sind. Wer erfolgreich sein will muss also präsent sein. Man will seine Spielfigur, seine Firma oder seine Stadt schließlich nicht im Stich lassen

Weiterführende Links

Browsergames – Ein weites Feld (Teil1)

Themenschwerpunkt: Onlinespiele

Onlinespiele – Was ist das eigentlich?
Torsten Bachem
Dieser Artikel wurde verfasst von:

1 Kommentar

Browsergames User schreibt:

Meine Erfahrung in vielen Browsergames ist, das viele Browsergames von allen Altersgruppen problemlos spielbar sind, allerdings die angeschlossenen Communitys und Foren ein ausgesprochen niedriges Niveau haben, was Umgangston und gegenseitigen Respekt angeht.

25.05.2009 um 15:32


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