Musikspiele

Spielen, Singen, Tanzen, … auch in der Schule?

11.02.2009
Sie waren der Trend der letzten Games Convention: Musikspiele. Instrumente aus Plastik gehören seitdem zum Standardequipment der Party-Gamer . Längst gibt es auch kostenlose Alternativen. Und Musikspiele im Unterricht? Auch das geht. Zeit für einen Streifzug durch die Musikspielwelt mit Abstecher in die Schule.

Was wird also gerne gespielt? Die Party-Klassiker schlechthin unter den Musikspielen sind zweifelsohne die „SingStar“-Spiele. Denn seit 2004 begeistern sie Jung und Alt. Wie bei einer Karaokemaschine greifen die Spielenden selbst zum Mikrofon. Und die Bewertung der Gesangsleistung erfolgt prompt auf dem Bildschirm. Mitspielen kann jeder, so das Erfolgsrezept. Nur keine falsche Verlegenheit!

Sing, Dance & Rock

Mittlerweile sind von „SingStar“ zahlreiche Fortsetzungen erschienen, die verschiedene Musikrichtungen aufgreifen oder auch nur einzelne Bands präsentieren. Aktuelle Titel sind „SingStar Schlager“ für die PlayStation 2 oder „SingStar Vol.3“ für die PlayStation 3. PlayS3-User können sich über den SingStore auch online mit neuen Songs versorgen.






Mit einem spezielle Tanzmatten-Controller wartet die Spielreihe „Dance Dance Revolution“ auf. Aktueller Titel: „Dancing Stage Hottest Party“. Auf der Tanzmatte befinden sich verschiedene Pfeilsymbole, die im Takt der Musik mit den Füßen berührt werden. Die Abfolge gibt das Spiel vor, was eine gute Auge-Fuß-Koordination und jede Menge Kondition verlangt. Viel Bewegung im Spiel ist hier garantiert. Ebenfalls Kultstatus genießt die Spielreihe „Guitar Hero“. Das Geschicklichkeits- und Musikspiel mit dem einzigartigen Gitarren-Controller ist in zahlreiche Ausführungen erhältlich und mittlerweile auch im E-Sport angekommen. Und bei der Gitarre alleine ist es nicht geblieben. Bei der Fortsetzung „World Tour“ greifen die Spielenden auch zu Plastikschlagzeug und Gesangsmikrofon.






Gute Spielkonzepte wie diese finden Nachahmer, ein Grund für den Musikspiel-Hype auf der Games Convention 2008. So greift etwa „Rock Band“ das Konzept von „Guitar Hero“ auf, und zwar mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Mikrofon. Bis zu vier Personen spielen hier gemeinsam in einer Band. Die Noten der Instrumente werden nach bewährtem Prinzip auf bunten Laufbändern vorgegeben. Gesungen wird im Karaoke-Stil. Der Spaßfakto ist mit den Plastikinstrumenten besonders hoch. Leider haben die Zusatzgeräte auch ihren Preis.

Spielspaß auch kostenlos …

Wem das zu teuer ist, der kann man auf mehrere Open-Source-Programme zurückgreifen, die sich dem Musikthema angenommen haben. Die Alternative zu „Rock Band“ und „Guitar Hero“ heißt etwa „Frets on Fire“. Hier nimmt man die Computertastatur ausnahmsweise mal in die Hand und verwandelt sie so in eine Gelegenheitsgitarre. Man spielt die Musikstücke nach, indem man zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Tasten drückt.





Kostenlose Musikspiele

Frets on Fire

Synaesthete

Audiosurf

Ultrastar


Inspiriert von „Dance Dance Revolution” kommt es beim kostenlosen „Synaesthete“ vor allem auf den richtigen Rhythmus an, allerdings mit Tastatur statt Tanzmatte. Trifft man die Töne, ballert man sich durch eine Action-Welt. „Synaesthete“ wurde beim Independent Games Festival 2008 als bestes studentisches Spiel geehrt. Ebenfalls eine Auszeichnung erhielt dort das rhythmische Rennspiel „Audiosurf“, von dem - wie bei Indie-Games üblich – eine kostenlose Demo zu haben ist. Das wohl bekannteste kostenlose Musikspiel ist aber „UltraStar“, die Alternative zum Klassiker „SingStar“. Das quelloffene Karaoke-Programm lässt beliebig um neue Songs erweitern und wird am PC gespielt.

… und in der Schule

Warum also die aktuelle Begeisterung für Musikspiel nicht nutzen? Der Medienpädagoge und Lehrer Tobias Hübner, der auch für spielbar.de schreibt, hat ein Konzept zur Besprechung von Musikspielen im Unterricht entwickelt. Er stellt fest: „Wer in Youtube nach dem Begriff ‚DDR‘ sucht, findet unter den ersten zehn Treffern keine ergreifenden Szenen der Wiedervereinigung, denn wenn die Generation Internet ‚DDR‘ sagt, meint sie ‚Dance Dance Revolution‘, ein interaktives Tanzspiel.“ Ein Indiz für die Bedeutung von Musikspielen. Geht der Einsatz von Musik in den Spielen aber über die bloße Unterhaltung hinaus? Gibt es einen echten (musik-)pädagogischen „Mehrwert“ solcher Computerspiele?

Mit diesen Fragen sollen sich die Schülerinnen und Schüler in der Unterrichtseinheit beschäftigen, die bei Lehrer Online veröffentlicht wurde. Im Mittelpunkt steht dabei ein Fragebogen, der die Kinder dazu anregen soll, sich genauer mit dieser Sorte Spiel zu beschäftigen. Zum Einsatz kommen ausschließlich Spiele, die sich legal und kostenlos herunterladen lassen. Die Auswertung erfolgt mit dem Statistikprogramm „GrafStat“, das von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wird.

Weiterführende Links

Guitar Hero: Große Bühne für Gitarrenhelden

Trends Games Convention 2008 – Im Osten nicht viel Neues

Spielbesprechung Guitar Hero III: Legends of Rock

GrafStat im Unterricht (bpb.de)

Weblinks

Frets on Fire (PC / Mac / Linux)

Synaesthete (PC)

Audiosurf (PC-Demo)

Ultrastar (PC / Mac / Linux)

Unterrichtseinheit „Pädagogische Bewertung von Musik-Computerspielen“ bei Lehrer Online
Tobias Miller
Dieser Artikel wurde verfasst von:

1 Kommentar

Gamer schreibt:

Have a Great Time Playing!

20.04.2009 um 18:48


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