World Cyber Games-Jugendredaktion

Guitar Hero: Große Bühne für Gitarrenhelden

04.01.2010
Im Vorfeld hatte ich mich schon sehr auf die "World Cyber Games" ("WCG") gefreut. Noch gesteigert wurde meine Vorfreude allerdings durch die Ankündigung eines Turniers der besten "Guitar Hero 3"-Spieler der Welt, das im Rahmen der Veranstaltung ausgetragen werden sollte.
Da ich selbst gerne mal zu Plastikgitarre greife und einige Songs spiele, war mir die Materie bekannt und ich konnte mir vorstellen, dass es ein Riesenspaß sein müsste, den besten Spielern der Welt bei ihrem Duellen zuzusehen.

In „Guitar Hero" geht es darum, mit einem Controller, der die Form einer echten Gitarre hat, ein Musikstück nachzuspielen, indem man im richtigen Moment die richtige Taste auf der Plastikgitarre drückt. Das verlangt dem Spieler nicht nur Rhythmusgefühl und Reaktionsschnelle ab, sondern manchmal auch Ausdauer, schließlich sind die Wettkampflieder meist mehrere Minuten lang und beinhalten tausende von Noten. Wer dies nicht glaubt, sehe sich einfach eines der zahlreichen Videos auf "Youtube.com" an, in denen "Guitar Hero"-Spieler das Lied "Through Fire and Flames" der Band "Dragonforce" auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielen.

Ich wollte auch wissen, wer es schaffen könnte, diese Songs überhaupt halbwegs sauber zu spielen. Als ich die Halle, in der die "WCG" stattfanden betrat, musste ich einfach nur zu dem Stand gehen, an dem die lauteste Musik gespielt wurde, um die "Guitar Hero"-es zu finden. Der Stand war relativ klein und hatte eine Bühne, auf der zwei Jungs Anfang 20 standen und wie wild auf ihre Gitarren "einhämmerten". Ich war mitten in ein Duell zwischen zwei Topspielern aus Brasilien und den Niederlanden geplatzt. Lautstark von etwa 30 (meist männlichen) Fans angefeuert flitzten ihre Finger über die Tasten und auf einem Bildschirm hinter ihnen stiegen die Punktzahlen immer weiter. Mehrere Minuten stand ich nur staunend da, mit welcher Konstanz und Ausdauer diese Spieler auch wirklich jede Note zu treffen schienen.

Als das Lied geendet hatte, brachen die Zuschauer in frenetischen Jubel aus. Nur die beiden Spieler schienen nicht so recht zufrieden zu sein. Der Brasilianer zeigte verärgert auf den Bildschirm, wo eine Treffergenauigkeit von 98% angezeigt wurde. Diesen Wert würden viele Spieler noch nicht auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad erreichen. Doch dann wurde es mir klar. Dies war keine Turnierpartie gewesen. Das war ein simples Trainingsspielchen gewesen und beide hatten sich nur etwas warm gespielt.

Etwa 30 Minuten später sah ich beide auf der großen Bühne wieder, dieses Mal in einem offiziellen Match vor mehr als 300 Zuschauern.

Im Nachhinein hat mich allerdings eine Sache noch mehr beeindruckt als die Leistung der Spieler, und das ist die Leistung der Fans. Die jubelten, schrien und feierten nämlich ohne auch nur ein einziges Mal an Lautstärke zu verlieren. Dass sich Menschen so sehr für dieses Spiel begeistern können, hat mich schon fasziniert und nun habe ich noch mehr Lust zu Hause wieder meine eigene Gitarre herauszuholen und nochmals mein Glück bei "Through the Fire and Flames" zu versuchen.

Weiterführender Link

Spielbesprechung Guitar Hero III: Legends of Rock
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