Computerspielen kreativ! Eindrücke von play08

17.03.2011
Vom 17. bis zum 20. November stieg im „Schaufenster“ der Fachhochschule Potsdam play08, das Festival für kreatives Computerspielen. Workshops und offene Angebote lockten Jung und Alt. spielbar gab eine Einführung zum Thema Computerspiele.



Mit dem Schaufenster, einem ehemaligen Sportartikelgeschäft, stand eine sehr geräumige Location mitten in Potsdam zur Verfügung, Jede Menge Platz also für Workshop-Gruppen, Spielstationen und Kunstinstallationen. An den ersten drei Veranstaltungstagen fanden zeitgleich Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie für Erwachsene statt.

spielbar bot zum Auftakt den Grundlagen-Workshop „Probieren und kommentieren von Spielen“ an. Die erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten einen Überblick über die Welt der Computerspiele. An zehn Spielstationen konnten sie ältere und aktuelle Spiele direkt testen und herausfinden, was den Reiz an ihnen ausmacht. Neben den PC-Stationen standen eine Wii -Konsole und eine PlayStation 3 zum spielen zur Verfügung. An der Retro-Station weckte das Spiel „Pong“ (» Spielebeurteilung auf spielbar.de) so manch Kindheitserinnerung.

Die übrigen Workshops standen ganz im Zeichen des kreativen Umgangs mit Computerspielen. In der Gruppe „Machinima “ lernten Kinder, Jugendliche und Erwachsene wie man mit Hilfe von Computerspielen auf einfache Weise kleine Filme produzieren kann. Machinima ist ein Kunstwort aus den Begriffen "machine", "cinema" und "animation“. Im Gegensatz zu herkömmlichen Trickfilmen nutzen Machinima-Produktionen die Game-Engine eines Computerspiels als Grundlage für alle Bewegungsabläufe.

Was kompliziert klingt, lässt sich in der Praxis leicht umsetzen. Auf die Idee folgt die Wahl eines passenden Spiels, zum Beispiel „Die Sims 2“ zur Darstellung von Alltagssituationen. Die gewünschten Szenen werden im Spiel nachgestellt. Eine Videoaufnahmeprogramm (zum Beispiel FRAPS) zeichnet das Bildschirmgeschehen auf. Das auf diese Weise gesammelte Rohmaterial wird abschließend mit einem Videoschnittprogramm verarbeitet und gegebenenfalls vertont. Und schon ist der Film fertig. Damit ist Machinima eine sehr einfache und kostengünstige Variante, um kleine Filmprojekte zu realisieren.

Aber nicht nur Filme, sondern auch richtige Spiele wurden selbst produziert. In den Gruppen zu „Gamedesign“ setzten Kinder und Jugendliche ihre Spielideen mit dem Programm „Flash“ um. Die etwas Älteren wagten sich sogar an 3-D-Spiele. Das Programm „MissionMaker“ erlaubt das spielerische Entwickeln solcher Umgebungen. Vorgefertigte Schauplätze, Charaktere und Gegenstände können frei zu einer Spielwelt kombiniert werden. Regeln, die Grundlage eines jeden Spiels, können mit der Software vielseitig bestimmt werden.

Was es beim „Gamedesign“ sonst noch zu bedenken gilt, erklärte einführend das Tutorial Understanding Games“. Sowohl mit „Flash“ als auch mit dem „MissionMaker“ sind erste Ergebnisse bereits nach wenigen Workshop-Stunden sichtbar – und das ganz ohne Vorkenntnisse. Im Anschluss an die munteren Workshop-Aktivitäten bot spielbar übrigens das passende Entspannungsangebot. Täglich ab 17 Uhr fanden Jung und Alt im „Open Game“-Bereich Spaß und Abwechslung. Vor allem an der „Wii-Station“ kamen die Wenigsten vorbei.

Aber auch die Fachdiskussion über Computerspiele war Teil von play08. Den Höhepunkt bildete dabei das Lounge-Gespräch am Freitagabend, bei dem sich Medienpädagogen, Juristen, Sozialwissenschaftler und Medienkünstler vor Publikum austauschten. Der Tenor: Veranstaltungen wie play08 haben eine wichtige Vorreiterolle für den kreativen Umgang mit Computerspielen im Bildungsbereich. Aufgrund der positiven Resonanz darf man sich also auf play09 freuen, vielleicht auch wieder in Potsdam.

Weiterführende Links

Bilder von play08 in Potsdam

Presseinformation der Initiative Creative Gaming

Weblinks

Educational Gaming über play08 und Workshop

Machinima.com

Understanding Games

Software MissionMaker

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