Faszination Computerspielen.
Theorie - Kultur – Erleben

08.09.2008
Der Sammelband mit Beiträgen namhafter Autorinnen und Autoren thematisiert die Kluft zwischen Spielenden und Nicht-Spielenden. Wichtige Themenfelder rund um Computerspiele werden aus verschiedenen Perspektiven erschlossen.
Im Tagungsband zur Fachkonferenz „Future and Reality of Gaming - Computerspiele in Forschung und Praxis", die im vergangenen Herbst in Wien stattfand, bieten die beiden Herausgeber Konstantin Mitgutsch und Herbert Rosenstingl einen Einblick in die aktuelle Forschungs- und Meinungsvielfalt. Vor dem Lesen lohnt sich ein Blick in den Anhang des Bandes. Dort geben alle Autorinnen und Autoren ihre Lieblingsspiele preis.

Die Aufsatzsammlung richtet ihr Augenmerk zunächst auf die Spielerinnen und Spieler sowie die Spiele selbst. Die Beiträge beschränken sich dabei nicht auf die üblichen Diskussionspunkte Altersfreigabe, Gewaltdarstellungen und Suchtpotenziale. Christoph Klimmt stellt etwa die Frage nach dem Spielspaß. Das Vergnügen, das die Nutzerinnen und Nutzer der Spiele empfinden, wird seines Erachtens „erstaunlich selten" thematisiert. Schließlich ist der Spielspaß der Hauptbeweggrund für die verbreitete Computerspielnutzung. Ebenfalls neue Fragestellungen finden sich im Artikel zu „Counter-Strike" von Sabrina Schrammel und Konstantin Mitgutsch. Sie konzentrieren sich weder auf Gewaltwirkungsaspekte noch auf Nutzungsgewohnheiten der Spielenden. Sie analysieren die ludische, historische, kulturelle und strukturelle Dimension des Spiels.

Im Kapitel „Spielkultur" wird der Bildungsaspekt thematisiert. Christian Swertz legt dar, welchen Beitrag Computerspiele leisten können. Sie finden auf zwei Arten Eingang in den Unterricht, als Methode zur Vermittlung von Inhalten sowie als Inhalt selbst. Konkrete Vorschläge, wie eine Medienbildung aussehen kann, erarbeitet darüber hinaus Sigrid Jones mit ihren „Schlüsselkonzepten zu Media Literacy und Computerspielen". Im abschließenden Abschnitt „Gesellschaft & Spiel" stehen Fragen des Jugendschutzes im Mittelpunkt. Erläutert werden die Arbeit der USK in Deutschland, das europäische PEGI-System sowie die Strategie der Positivprädikatisierung in Österreich.

Die insgesamt 18 Beiträge bilden eine hochwertige und mit 175 Seiten zugleich auch überschaubare Einführung in aktuelle Diskussionspunkte. Ein zentrales Anliegen der Publikation ist es, mit den Mythen und Missverständnissen aufzuräumen, die öffentliche Debatten häufig prägen. Durch die Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und Sichtweisen ist das Buch eine gute Grundlage für den weiteren Meinungsaustausch. Gelegenheit dazu gibt es vom 17. bis 19. Oktober, bei der Neuauflage der Tagung „Future and Reality of Gaming" in Wien.


Das Buch


Mitgutsch, Konstantin & Rosenstingl, Herbert (Hrsg.): Faszination Computerspielen. Theorie - Kultur - Erleben. Wien: Braumüller (Mai 2008)
Broschiert: 175 Seiten
ISBN-10: 3700316747
ISBN-13: 978-3700316749
» Weitere Informationen

Termin

Fachtagung "Future and Reality of Gaming" vom 17. bis 19. Oktober 2008 in Wien

Weblinks

Future and Reality of Gaming

Buchinfo beim Braumüller Verlag [PDF]

1 Kommentar

Game-Messe Wien Spielkultur und Wissenschaft unter einem D schreibt:

[...] FROG-Tagungsband 2007 [...]

31.10.2008 um 11:31


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