Suchtgefahr? Tipps für Angehörige

12.08.2008
Viele Eltern werden von in den Medien präsenten Schlagwörtern wie „Computerspielsucht" alarmiert. Doch ab wann ist die Nutzung von Computerspielen bedenklich? Auf welche Warnzeichen sollten Angehörige achten? Und an wen kann man sich im Ernstfall wenden?
Die Verunsicherung ist in vielen Familien groß. Dabei ist die vorübergehend intensive Beschäftigung der Kinder und Jugendlichen mit einem Computerspiel für sich alleine noch kein Grund zur Beunruhigung. Viele neue und aufregende Spiele fesseln die Spielenden zunächst vor dem Bildschirm. Das Interesse an den Games geht aber nach einer ersten intensiven Spielphase für gewöhnlich zurück.

Anlass zur Sorge ist jedoch gegeben, sobald häusliche, schulische oder soziale Pflichten dauerhaft vernachlässigt werden oder gesundheitliche Probleme wie Ess- oder Schlafstörungen auftreten. Generell sollten Eltern auf Änderungen im Sozialverhalten ihrer Kinder achten. Betroffene schränken ihre Beziehungen außerhalb der virtuellen Welt stark ein, sind sich dieser Verhaltensänderung aber häufig nicht bewusst. Sofern diese Symptome auftreten und die Kommunikation mit  dem Kind nicht mehr zustande kommt, empfiehlt es sich für Eltern, externe fachliche Beratung hinzuzuziehen.

Ein bundesweites Beratungsangebot ist die Hotline Verhaltenssucht, die von der Interdisziplinären Suchtforschungsgruppe an der Universtät Mainz angeboten wird. Hier geben Experten unter anderem Auskunft zum Thema „exzessive Computernutzung". Die Hotline ist werktags von 12 bis 17 Uhr erreichbar. Ein Hilfsangebot vor Ort bietet die Berliner Caritas mit dem Projekt Lost in Space an. Hier werden Internet- und Computerspielsüchtige mit Gesprächs- und Gruppenangeboten professionell betreut.

Unterstützung findet sich auch im Internet. Das Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe für Onlinesüchtige", kurz HSO bietet im Netz ein umfangreiches Informations- und Beratungsportal an (www.onlinesucht.de). Hier finden Betroffene und Angehörige erste nützliche Tipps zum Umgang mit der Thematik. Außerdem werden mögliche Beratungs- und Therapieangebote aus dem ganzen Land gesammelt. Im Selbsthilfe-Forum können sich die Betroffenen untereinander austauschen. Berichtet wird über typische Symptome und Ausstiegserfolge gleichermaßen.

Weiterführende Links

Beratungsangebot Hotline Verhaltenssucht

Das Projekt Lost in Space der Berliner Caritas

Hilfe zur Selbsthilfe für Onlinesüchtige

2 Kommentare

Helge schreibt:

Hallo,

da ich selbst süchtig bin, kann ich nur sagen, das ein Hauptmerkmal die soziale Isolation ist, die sich dann auch im Gruppenzwang mit Gleichgesinnten bemerkbar macht.
Es gibt aber Wege, sich aus der Sucht zu befreien, sie zum Stillstand zu bringen und wieder sein eigenes Leben bestimmend zu leben.

18.08.2008 um 06:10
Tobonk schreibt:

Ahhhh Moooin,
Ich als Suchtlappen kann nur sagen, dass es echt blöööd ist ein Suchti zu sein. Meine SB Freunde zocken auch World of Warcraft. Ein echt geiles Game.
Ich empfehle es auch zu Zocken, wenn man keine Freunde hat oder keine haben will!

04.03.2010 um 11:27


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