Spielerisch ernst!
Womit beschäftigen sich Serious Games?

12.08.2008
Das Aufgreifen sozialer und politischer Anliegen ist typisch für Serious Games. Eines der bekanntesten Beispiele ist „Food Force", eine Spielsoftware des Welternährungsprogramms. Andere Spiele wollen zunächst einmal ein grundlegendes Interesse für Politik wecken.
In „Food Force" bekommen es die Spielenden mit insgesamt sechs verschiedenen Aufgaben zu tun. Diese repräsentieren die einzelnen Schritte beim Ablauf der Nahrungsmittelversorgung in Krisengebieten. Dazu zählen die Luftaufklärung, die Erstellung eines ausgewogenen Ernährungsplans, die Beschaffung und der Transport von Lebensmitteln sowie Hilfe beim Wiederaufbau, um die Ernährung der Bevölkerung nachhaltig zu sichern. Als junges Mitglied in einem erfahrenen Team lernt man eine Menge über all diese Dinge.

Das dahinter stehende soziale Anliegen ist eindeutig. Die Macher wollen auf die notwendige Arbeit des Welternährungsprogramms aufmerksam machen. So erfährt man auf der Internetseite von Food Force nicht nur viel über das Spiel, sondern erhält auch wichtige Informationen über die Situation in der Realität, die Arbeit des Welternährungsprogramms und über das globale Problem Hunger.

Trotz dieses ernsten Themas kommt natürlich das Spielvergnügen nicht zu kurz. „Food Force" will bereits die jungen Gamer ansprechen und wird von seinen Machern für Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren empfohlen. Das Programm gibt es kostenlos zum Download auf der Internetseite des Spiels, von wo aus es weltweit bereits fünf Millionen Mal heruntergeladen wurde. » mehr



Spielerisch ernst!
Womit beschäftigen sich Serious Games?


Einem wesentlich kontroverseren Thema widmet sich „Global Conflicts: Palestine"
(» Spielbesprechung der spielbar-Redaktion). Dieses Spiel thematisiert den israelisch-palästinensischen Konflikt. In der Rolle eines Journalisten setzt man sich eigenständig mit den unterschiedlichen politischen Positionen auseinander. Die Hersteller haben es sich zur Aufgabe gemacht, neuartige Spiele mit ernsten Themen zu entwickeln. „Global Conflicts: Palestine" kann man allerdings nur käuflich erwerben, informieren finden sich auf der Internetseite zum Spiel.

Grundlegendes Interesse für Politik zu wecken, das ist der Ansatz von „Power of Poltics", einem Multi-Player-Browserspiel , für welches man sich kostenlos auf der Internetseite von "Power of Politics" anmelden kann. Entwickelt wurde das aus Österreich stammende Spiel von Privatpersonen, um die Politikverdrossenheit bei Jugendlichen zu verringern.

Die Spielenden schlüpfen in die Rolle von Politikern und versuchen über die Diskussion mit anderen Spielerinnen und Spielern ihre Popularität zu steigern. Die Themen im Spiel sind dabei keineswegs willkürlich, sondern richten sich nach aktuellen politischen Streitpunkten.

Überhaupt ist es ein großes Anliegen von Serious Games, diejenigen zu erreichen, die mit „herkömmlichen" Lehrmaterialien nicht für soziale oder politische Themen zu interessieren sind. In diesem Sinne hat die Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit dem Cornelsen Verlag ein Serious Game entwickelt: „Genius - Im Zentrum der Macht". Auch hier kann eine eigene politische Karriere gestartet werden.

Weiterführende Links:

Website von Global Conflict: Palestine (englisch)

Website von Food Force

Website von Power of Politics

Spielbesprechung von „Global Conflicts: Palestine" auf spielbar.de

4 Kommentare

Mike schreibt:

und hier der Link zu "Genius - Im Zentrum der Macht":
http://www.cornelsen.de/genius/politik/inhalt.html

31.10.2007 um 19:52
Ernst Spieler schreibt:

Noch ein interessantes Serious Game auf der UNICEF-Seite, und zwar ein Online-Spiel: "Ayiti: The Cost of Life",
(http://www.unicef.org/voy/explore/rights/explore_3142.html) bei dem man sich um eine fünfköpfige Familie auf Haiti kümmert, der man Bildung und ein besseres Leben ermöglichen kann. Und eine Myspace-Seite gibt es auch zum Spiel: http://www.myspace.com/thecostoflife

01.11.2007 um 11:50
Spieleforscher schreibt:

Wir hatten damals in der Schule "Hunger in Afrika", siehe hier
http://www.juergenhaller.com/2004/unterr/ewg/hunger/hunger.html.

Mittlerweile gibt es das Konzept aber auch in einer zeitgemäßen Fassung:
http://flash.plasticthinking.org/2007/01/3rd-world-farmer.html

Das Spiel zeigt sehr gut, wie eine fleißige Familie unter den katastrophalen Umständen leiden muss. Ein Klassiker unter den Serious Games.

26.11.2007 um 15:10
Tobias Miller (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Ebenfalls ein politisches Anliegen verfolgt das Browser-Game "Darfur is Dying", welches auf den Genozid im Sudan aufmerksam machen möchte:
http://www.darfurisdying.com/

07.01.2008 um 11:23


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