„Gewaltbeherrschte“ Spiele stehen zur Debatte

12.08.2008
Die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Armin Laschet, Familienminister in Nordrhein-Westfalen, verkündeten im Februar die Entwicklung eines Sofortprogramms zum wirksamen Schutz vor extrem gewalthaltigen Computerspielen. Mittlerweile wurde ein erster Gesetzesentwurf ausgearbeitet.
Das vor sieben Monaten bekannt gegebene Sofortprogramm besteht aus vier Säulen. Dazu gehören erstens eine „Verschärfung des Jugendschutzgesetzes", um besonders gewalthaltige Spiele automatisch für Kinder und Jugendliche unzugänglich zu machen. Zweitens ist eine „Verbesserung des gesetzlichen Vollzugs" geltender Bestimmungen vorgesehen. Ein drittes Anliegen ist die „Qualitätssicherung der Jugendschutzentscheidungen", welche in erster Linie die derzeitige Praxis der Alterskennzeichnung im Auge hat. Die vierte Säule „Kommunikation" strebt vor allem eine bessere Informationspolitik für Eltern an.

Ein wichtiger Punkt des Gesetzesentwurfes sei - wie verschiedene Medien berichten (zum Beispiel heise online) - eine Erweiterung der Kriterien, nach welchen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) Computerspiele als für Kinder und Jugendliche ungeeignet einstuft. Waren es bisher in erster Linie „gewaltverherrlichende" Produkte, die als jugendgefährdend eingeordnet wurden, so sollen in diesen Kreis auch Spiele aufgenommen werden, die von Gewalt „beherrscht" werden. Darunter könnten beispielsweise Programme fallen, deren Spielziel ausschließlich durch Gewalthandlungen erreicht werden kann.

Im Entwurf mit enthalten sei zudem eine Aufforderung an die Ordnungsämter, vermehrt Testkäufe durchzuführen, um die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu kontrollieren. Diese Maßnahme reagiert auf einen Bericht des Hamburger Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung (» Artikel auf spielbar.de), wonach gerade der Vollzug des Jugendmedienschutzes in Deutschland verbesserungswürdig sei.

Der Bundestag wird voraussichtlich in den kommenden Monaten über den Gesetzentwurf des Bundesfamilienministeriums debattieren.

Weiterführende Links:

- spielbar-Artikel zum Bericht des Hamburger Hans-Bredow-Instituts

- Pressemitteilung zum Sofortprogramm von Von der Leyen und Laschet (Februar 2007)

- Artikel zum Gesetzentwurf auf heise online

- Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)

1 Kommentar

spielbar.de - Förderung hochwertiger und pädagogisch wertv schreibt:

[...] Jury auswähle und wie sich die Bundesregierung daran beteilige. Außerdem wurde der Bezug zu den Plänen der Bundesregierung zur Verschärfung des Jugendmedienschutzes [...]

19.02.2008 um 12:34


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