Vampire: The Masquerade – Bloodlines

11.03.2016 - eingestellt in Spielebeurteilungen

Vampire: The Masquerade - Bloodlines - TeaserbildFünf mögliche Enden, mitreißende Story, facettenreiche Spielwelt und sieben spielbare Clans zeichnen dieses bereits 2004 erschienene Rollenspiel aus. Wieso es trotz sichtbarem Alter, ungewohnter Spielmechanik und einigen Spielfehlern heute noch überzeugen kann, erklären die Leipziger Spieletester.

Genre: Rollenspiel Herausgeber: Activision
Plattform: PC Erscheinungsdatum: November 2004
USK: ab 16 Jahren spielbar: ab 16 Jahren

Spielbeschreibung von den Leipziger SpieL.E.testern

Bei Vampire: The Masquerade – Bloodlines verkörpert man einen normalen Menschen, der mehr oder weniger freiwillig mit dem Fluch des Vampirismus „infiziert“ wird. Durch diesen Zwischenfall wird er in die ihm bis dato unbekannte Welt der Vampire von Los Angeles hineingezogen und mit Gewalt, Korruption und den Listen der Vampirwelt konfrontiert.

Vampire: The Masquerade - Bloodlines - Screenshot 1
In Los Angeles kämpfen verschiedene Vampir-Clans um die Vorherrschaft. (Bild: Activision)

Man wählt zunächst einen Clan, welcher bestimmt, welche Fähigkeiten der spielergesteuerte Charakter verfügbar hat. Jeder Clan hat dabei drei bis vier unterschiedliche Zauberarten (genannt Disziplinen) mit jeweils verschiedenen Unterdisziplinen, wobei jeder Vampir den sogenannten Blutbuff besitzt, welcher seine Grundattribute maximiert. Man kann sich also einen Clan aussuchen und dem Vampir sein gewünschtes Geschlecht sowie einen Namen geben und ein paar Fähigkeitenpunkte im komplex wirkenden, doch leicht zu lernendem „Character Sheet“ (Name des Fähigkeitensystems) verteilen. Dort findet man Hauptattribute (z.B. Stärke, Intelligenz, Charisma,…), Fähigkeiten (z.B. Schlösser knacken, Nahkampf, Feuerwaffen,…) sowie die oben genannten Disziplinen. Da hört jedoch die Charaktererstellung schon auf, also muss man sich mit seinem Aussehen abfinden. Ebenso nimmt die Clanwahl Einfluss auf die Attribute des Charakters. So bestimmt sie Boni und Malusse, welche der Charakter von Natur aus auf seinen Attributen und Fähigkeiten haben wird.

Vampire: The Masquerade - Bloodlines - Character Sheet
So sieht der Character Sheet bei Vampire: The Masquerade – Bloodlines aus. Hier lassen sich die Eigenschaften der eigenen Spielfigur bis ins kleinste Detail bestimmen. (Bild: Vampire: The Masquerade – Bloodlines)

Nun fängt die Hauptgeschichte an. Man wird Zeuge wie der Hauptcharakter eine Nacht mit einem anderen Menschen verbringt und – wie soll es anders sein – gebissen wird. Dabei bricht der Vampir jedoch die Gesetze der Vampire, die titelgebende Maskerade. In dieser steht, dass man keine Unschuldigen töten soll. Egal wie. Er wird daraufhin vom stärksten Vampir von Los Angeles, dem Prinzen Sebastian La Croix (bzw. seinem Henker) exekutiert. Eigentlich soll die Hauptfigur auch exekutiert werden, doch ein anderer Vampir setzt sich für ihr Überleben ein. Nun wird sie von einem Vampir namens Jack in die Grundlagen der Spielwelt (via Tutorial) eingeführt und lernt die Sekten kennen, welche aus Camarilla, Anarchisten und Sabbat bestehen. Während die Camarilla-Vampire den Gesetzen (Maskerade) folgen und Prinzen als Stadtoberhäupter sowie einzelne „Regierende“ in Stadtteilen haben, sehen die Anarchisten dies als selbstverständlich und folgen denselben Gesetzen, doch ungeschrieben und ohne direkten Anführer. Die Sabbat hingegen machen Terror und ignorieren alle Gesetze. Sie schreiben allesamt ihr eigenes Schicksal und sind verfeindet mit jeder anderen Sekte.

Zu den Zwischensequenzen und Gesprächen ist anzumerken, dass es lediglich eine englische Sprachausgabe gibt, jedoch gibt es die Möglichkeit deutsche Untertitel anzeigen zu lassen.

Vampire: The Masquerade - Bloodlines - Screenshot 3
Vampire sind nicht die einzigen Horrorgestalten, die in dem Rollenspiel ihr Unwesen treiben… (Bild: Activision)

Siehe auch

Mount & Blade: Warband

Einen Kommentar zu “Vampire: The Masquerade – Bloodlines”

  1. Lars, 16 Jahre, Leipziger Spieletester schreibt:

    Ein so altes Rollenspiel und dennoch jetzt erst bewertet… Wieso?

    Zunächst ist zu sagen, dass ich das Spiel zu einem reduzierten Preis auf Steam erworben habe und circa drei Monate schwankte, ob ich es mir kaufen sollte und habe es nach circa 50 Stunden Spielzeit nicht bereut. Die Atmosphäre des Spieles hat mich sofort in den Bann gezogen, auch wenn die Grafik der (Source-) Engine ebenso wie die Mechaniken der Steuerung merklich gealtert sind. Man taucht in eine düstere, groteske und ebenso humorvolle Welt mit zahlreichen Charakteren aus den verschiedenen Clans mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und hohem Wiedererkennungswert ein.

    Auch das Kämpfen mag zuerst ungewohnt wirken. Doch bereits nach kurzer Spielzeit legt sich dies wieder. Ebenso spürt man das Alter des Spiels im Kampf. Denn auch wenn dieser ähnlich dem eines modernen Spieles ist, so unterscheiden sich Schadensberechnung und Ablauf zu aktuellen Titeln, wobei zu erwähnen wäre, dass die Spielenden nicht wie heute typisch mit Wegpunkten an die Hand genommen werden, sondern ein Aufgabenziel bekommen (Haupt- als auch Nebenaufgaben), und durch diverse genannte Zusammenhänge beziehungsweise Andeutungen oftmals alleine ihren Weg zum Ziel finden müssen. Ebenfalls erwähnenswert ist die Musik, welche passend die düstere unterweltartige Atmosphäre einfängt, sowie passende Soundeffekte für Schlag-/Stich- und Schusswaffen. Da die Entwicklerfirma jedoch inzwischen nicht mehr existiert, und das Spiel in seiner Standardversion viele Spielfehler mit sich bringt, empfiehlt es sich einen Community Patch (von Spielern erstelltes Update, welches auch auf Deutsch verfügbar ist) herunterzuladen, um das beste aus dem Spiel zu schöpfen, da durch diesen verschiedene Spielfehler (Grafik/Sound und Fähigkeiten betreffend) beseitigt werden.

    Fazit: Ich persönlich empfinde es trotz der Mängel, die es in seiner Standardversion besitzt, als eines der besten Rollenspiele, das jemals entwickelt wurde. Durch eine aktive Community gibt es inoffizielle Updates, welche einen Großteil dieser Fehler ausmerzen und dabei den Spielfluss nicht aktiv verändern. Auch nach dem ersten Durchspielen motiviert es mich durch unterschiedliche mögliche Enden, es erneut durchzuspielen, und ich kann es jedem empfehlen, der sich in dieses Universum hineinversetzen möchte und mit älteren Spielen kein Problem hat.

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