Gaming und Hate Speech

24.02.2016 - eingestellt in Bücher & Materialien, Debatten & Studien, News

Gaming und Hate Speech - TeaserbildRassismus, Sexismus und Hate Speech sind in der Gaming-Szene keine Fremdwörter. Im Rahmen der Bildungsmesse Didacta hat die Amadeu Antonio Stiftung ihre neue Broschüre Gaming und Hate Speech vorgestellt. Ihr Ziel: Die Zivilgesellschaft auch in digitalen Spielwelten zu stärken.

Computerspiele sind für einen Großteil der Gesellschaft Alltag, ob unterwegs auf dem Smartphone oder an der Konsole daheim. Im Internet tauschen sich dabei Spielende in digitalen, kommunikativen Räumen aus und entwickeln aktive und kreative Communities. Neben dieser positiven Entwicklung zeigen sich hier, wie in jedem anderen massentauglichen Medium, auch die Schattenseiten: Rassismus, Sexismus und allgemeine Hate Speech, also das Herabsetzen bestimmter Personen und Personengruppen, sind im Gaming-Bereich kein Einzelfall.

Anlässlich der Bildungsmesse Didacta hat die Amadeu Antonio Stiftung eine Broschüre dem Thema Gaming und Hate Speech – Computerspiele in zivilgesellschaftlicher Perspektive gewidmet. Sie setzt sich intensiv mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen und Problemen der Gaming-Szene auseinander, weist auf Positivbeispiele hin und versucht für das Thema zu sensibilisieren. Denn Spiele vermitteln Werte – und bieten damit auch Chancen für die demokratische Bildung.

Gaming und Hate Speech - Broschüre
Die Amadeu Antonio Stiftung analysiert Themen aus der zivilgesellschaftlichen Arbeit, diesmal mit Blick auf den Gaming-Bereich. (Bild: Amadeu Antonio Stiftung)

In der Broschüre äußern sich verschiedene Expertinnen und Experten aus Pädagogik und Wissenschaft zu den Bereichen Sexismus, Videospiel-Communities, USK, Rassismus sowie Rechtsextremismus. Häufig lässt sich die Debatte in zwei Bereiche aufteilen: Hate Speech auf inhaltlicher Ebene des Spiels, beispielsweise wenn rassistische oder frauenfeindliche Stereotype bedient werden, und Hate Speech auf Gaming-Plattformen, in Foren, Chats usw. seitens der User, wenn andere Personen oder Personengruppen beleidigt, bedroht oder verunglimpft werden.

Eine Lösung funktioniert nur, wenn alle Beteiligten gemeinsam daraufhin arbeiten, bessere und diskriminierungsfreiere Spielgemeinschaften zu schaffen. Hierfür bietet die Broschüre Handlungsempfehlungen, die sich an Publisher und Spielende gleichermaßen richten. Während Publisher beispielsweise vorbeugend vorgehen können, indem sie durch Fortbildungen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema Hate Speech sensibilisieren, wird Usern Mut gemacht, gegen Hate Speech Widerspruch zu erheben, die Provokateure zu melden und sich in Clans, Gilden und Co. mit klaren Richtlinien bezüglich Diskriminierung zusammenzuschließen.

Über die Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung wird unter anderem von der Freudenberg Stiftung unterstützt. Ihr Ziel ist es, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Sie ist nach Amadeu Antonio benannt, eines der ersten von heute fast 200 Todesopfern rechtsextremer Gewalt seit dem Fall der Mauer. Die Broschüre Gaming und Hate Speech – Computerspiele in zivilgesellschaftlicher Perspektive wurde mit Hilfe des Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz finanziert und kann kostenfrei bei der Amadeu Antonio Stiftung bestellt oder im Internet heruntergeladen werden.

Weiterführender Link

Das Für & Wider: Diskussion um Sexismus in und um Computerspiele – gerechtfertigt oder übertrieben?

Weblink

Broschüre: Gaming und Hate Speech – Computerspiele in zivilgesellschaftlicher Perspektive [PDF]

Offizielle Webseite der Amadeu Antonio Stiftung

Schreib einen Kommentar