Nachbericht PLAY15:

Fünf Tage Creative Gaming

22.09.2015
Mit einer großen Abschlussveranstaltung verabschiedete sich das Festival für Kreatives Computerspielen PLAY15 für dieses Jahr. Wir schauen zurück auf fünf tolle Tage voller Workshops, Shows, Ausstellungen und Diskussionsrunden rund um das Thema Creative Gaming. Ein Nachbericht.

Reden, Machen, Sehen, Feiern – unter diesen Schlüsselwörtern organisierten sich die verschiedenen, spannenden Veranstaltungen des PLAY15-Festivals. Sie alle verbindet ein Thema: Creative Gaming. Im Rahmen von PLAY15 konnten nicht nur junge Gamer , sondern auch Eltern, pädagogisch Tätige und andere Interessierte Computerspiele aus einer neuen Perspektive kennenlernen und deren kreativen Potenziale entdecken.

REDEN

Als Plattform für einen generationsübergreifenden Austausch wurde auf PLAY15 natürlich viel geredet. Insbesondere im Rahmen der PLAY-Conference, die am 17.09. und 18.09. stattfand. Während sich die Keynote von Aki Järvinen am ersten Tag mit der Frage beschäftigte, inwiefern es sich bei einem digitalen Spiel um ein System handelt, ging es am zweiten Tag emotional daher. Hier drehten sich alle Beiträge um das Thema „Mit Gefühlen spielen“, welches auch das gesamtübergreifende Motiv des diesjährigen PLAY-Festivals darstellte. Beispielsweise gab es ein Impulsgespräch mit den Machern hinter dem Episodenadventures Life is Strange, das insbesondere durch den feingezeichneten Einblick in die Gefühlswelt seiner 18-jährigen Protagonistin besticht.

Die PLAY-Conference bietet als Plattform des interdisziplinären Austauschs Beiträge zu Creative Gaming aus den unterschiedlichsten Perspektiven.


MACHEN

PLAY15 heißt auch selbst Hand anlegen. Denn in zahlreichen Tages- und Kurzworkshops konnten Schulklassen, aber auch alle anderen Besucherinnen und Besucher des Festivals selbst aktiv werden und kreative Projekte mit Computerspielen umsetzen. Mit viel Spaß und Freude bastelten die Teilnehmenden ihre Lieblingsvideospielcharaktere mit Papier und Pappe nach, entwickelten eigene Spielideen, Filme oder Comics und bauten ihren eigenen Controller. Im spielbar.de-Workshop hatten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich an eigenen Let’s Play-Videos zu versuchen. Einen ausführlichen Nachbericht dazu gibt es hier. Am Ende des Tages wurden in einer kurzen Abschiedsrunde die Ergebnisse dann stolz präsentiert.

In den Workshops wurden die Besucherinnen und Besucher selbst aktiv – und bastelten zum Beispiel eigene Controller.


SEHEN

In einer Ausstellung wurden im Rahmen des Festivals besonders kreative und experimentelle Spielideen gezeigt, die auch vor Ort gespielt werden konnten. Mit dabei waren zum Beispiel „Push Me Pull You“, in dem vier Spielende an der Hüfte verbunden einen Ball möglichst lange unter Kontrolle halten müssen, oder „Sisyfox“, das einen in Sisyphos-Manier einen Felsblock den Berg hinaufwälzen lässt. Den Platz des ungewöhnlichsten Titels der Ausstellung macht mit Sicherheit die Dating-Simulation „Hot Date“. Hier finden sich die Spielenden nicht in einem romantischen Rendezvous mit einem Menschen wieder – sondern mit einem Hund. Einem Mops, um genauer zu sein.


Einen Mops daten? Nur eine der Spiele-Kuriositäten in der PLAY15-Ausstellung. (Bild: George Batchelor)


FEIERN

Natürlich ist bei einem Festival auch das Feiern nicht fern. Zum Ausklang der ereignisreichen Tage wurde ein Programm verschiedenster Abendveranstaltungen geboten. Ob in entspannter Atmosphäre lachen beim Live Let’s Play op Platt oder nachdenklich werden beim Poetry Slam mit verspielter Poesie zu digitalen Spielen. Für jeden war etwas dabei.


Ob lachen oder weinen, auch in der Kategorie Feiern gab es auf dem PLAY15-Festival einige Emotionen, wie hier beim Poetry Slam. (Bild: Bente Stachowske)


Creative Gaming Award

Zum Abschluss der PLAY15 wurde schließlich erstmalig der Creative Gaming Award in drei Kategorien verliehen. Einesechsköpfige Jury wählte das surreale Adventure Lucid, dessen Steuerung per Eyetracker funktioniert, zum Most Innovative Newcomer Game. Den Hauptpreis als Most Creative Game räumte das Horror-Adventure Among the Sleep ab. Hier sind die Spielenden Angst und Verletzlichkeit zugleich ausgesetzt, indem sie eine unheimliche Nacht durch die Augen eines Kleinkindes erleben. Das Publikum wählte das interaktive Echtweltspiel Jolly Jousting zu seinem Favoriten, in dem sich zwei Personen einem mittelalterlichen Lanzenkampf in der realen Welt stellen. In der digitalen Welt werden die Punkte gezählt.


Among the Sleep wurde zum kreativsten Spiel des Jahres gewählt. (Bild: Krillbite Studio)


Weblink

Offizielle Webseite des Festivals PLAY15
Sarah Pützer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]Bente Stachowske[2]Bente Stachowske

Siehe auch

Nachbericht PLAY15:

Let’s Play Workshop @ PLAY15

Im Rahmen des Creative Gaming Festivals PLAY15 drehte sich drei Tage lang alles um die kreativen Möglichkeiten von und mit digitalen Spielen. Auch spielbar.de war mit einem Let’s Play Workshop für Kinder und Jugendliche vor Ort. Hier hatten sie die Chance, ihr eigenes Let’s Play-Video zu erstellen – tolle Ergebnisse inklusive!

Schreib einen Kommentar

* Pflichtangaben