Spielende werden jünger, Eltern gelassener

02.07.2015
Vorschulkinder wachsen mittlerweile in Haushalten auf, die über eine große Bandbreite an Medien verfügen. Wie Zwei- bis Fünfjährige diese nutzen, geht aus den Ergebnissen der miniKIM-Studie 2014 vom MPFS hervor. Auch die Nutzung von Computerspielen und Tablet-PCs wurde näher betrachtet.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Daten zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Die miniKIM-Studie nimmt dabei Kinder im Vorschulalter näher unter die Lupe. Für die repräsentative Studie wurden im Sommer 2014 insgesamt 623 Erzieher und Erzieherinnen zum Medienverhalten ihrer Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren befragt. Neben anderen Freizeitbeschäftigungen, wie Bücherlesen oder Fernsehgucken, wurde auch die Nutzung von Computer-, Konsolen - und Onlinespielen sowie Tablet-PCs näher thematisiert.

Worauf wird gespielt?

Nach der miniKIM-Studie wachsen Vorschulkinder in Haushalten auf, die über ein breites Repertoire an Medien verfügen. In nahezu allen Familien gibt es einen Computer oder Laptop (97%) und einen Zugang zum Internet (95%). Die Geräteausstattung ist im Vergleich zu 2012 in diesen Bereichen leicht angestiegen (vgl. 2012: Computer/Laptop: 91%; Internet: 90%). Dagegen ist die Ausstattung mit tragbaren Konsolen (22%) beziehungsweise stationäre Konsolen (30%) leicht zurückgegangen (vgl. 2012: tragbar: 24%: stationär: 34%). Tablet-PCs sind mittlerweile in beinahe jedem vierten Haushalt vertreten. Hier wird eine der größten Veränderungen in der Haushaltsausstattung deutlich. 2012 besaßen lediglich 15 Prozent der Haushalte einen Tablet-PC.

Wie oft wird gespielt?

Wie bereits in der miniKIM 2012 haben auch 2014 16 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen Erfahrungen mit Computer-, Konsolen- und Onlinespielen gemacht. Mit steigendem Alter nimmt die Nutzung digitaler Spiele deutlich zu. In der Kategorie der Vier- bis Fünfjährigen haben bereits 27 Prozent Erfahrungen mit diesem Medium gesammelt. Von den spielenden Kindern spielt jedes fünfte täglich (2012: 13%), 55 Prozent ein- oder mehrmals pro Woche (2012: 65%). Das Mittelfeld der regelmäßigen Spielenden ist damit geschrumpft, der Anteil der täglich spielenden Kinder hat im Vergleich zu 2012 dagegen zugenommen. Während 2012 in der Altersklasse Mädchen häufiger als Jungen spielten, hat sich diese Verteilung 2014 ebenfalls verschoben. Bei den Mädchen, die bereits Erfahrungen mit digitalen Spielen gesammelt haben, spielen 38 Prozent seltener als einmal pro Woche, bei den Jungen sind es nur 17 Prozent.

Grafik zur Nutzung von Computer-, Konsolen-, oder Onlinespielen der Zwei- bis Fünfjährigen.


Was wird gespielt?

Bei den beliebtesten Spielen unter den Zwei- bis Fünfjährigen befinden sich wie bereits bei der miniKIM 2012 die Nintendo-Titel „Super Mario“ (14%) und „Mario Kart“ (7%) weit vorne. Auch gern gespielt werden verschiedene „Pokémon“-Titel (6%), sowie Spiele von „Bob der Baumeister“ (5%). Die „Lego“- Spiele (4%) sowie die Simulationsreihe „Die Sims“ (4%) sind ebenfalls bei der Altersgruppe beliebt. Laut miniKIM sind die meisten der genannten Titel von der USK ohne Altersbeschränkung freigegeben und beinhalten keine jugendgefährdenden Inhalte.

Vorschulkinder und Tablet-PCs

Tablet-PCs sind dank Touchdisplays besonders leicht zu handhaben und auch von Vorschulkindern nutzbar. Um ein Tablet intuitiv bedienen zu können, muss man weder lesen noch schreiben können. Obwohl die Tablet-Ausstattung in Familien seit 2012 gestiegen ist, werden sie laut miniKIM nur von einem geringen Anteil der Vorschulkinder benutzt. Nur 15 Prozent haben bereits Erfahrungen mit Tablets gemacht. Ist ein Tablet-PC in der Familie vorhanden, nutzt ihn unter Beaufsichtigung der Eltern ein Drittel der Vorschulkinder (2012: 23%). 19 Prozent benutzen ihn selten alleine, in der Altersgruppe der Vier- bis Fünfjährigen sind es 25 Prozent. Wenn ein Tablet-PC benutzt wird, dann nutzen ihn 85 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen zum Spielen.

Grafik zu den Tätigkeiten der Vorschulkinder am Tablet-PC.
Die Hälfte der Eltern – egal ob mit oder ohne Tablet-PC im Haushalt – ist der Meinung, Tablets seien nichts für Kinder (2012: 57%). 42 Prozent sind dagegen der Meinung, dass Tablet-PCs viele Möglichkeiten bieten würden, gemeinsam mit dem Kind spielerisch zu lernen (2012: 35%). Damit sind die Eltern 2014 hier aufgeschlossener als noch vor zwei Jahren.

Weblink

miniKIM-Studie 2014 auf der offiziellen Seite des mpfs

Weiterführende Links

Spiele-Apps für Kleinkinder

Bildnachweis

[1]MPFS[2]MPFS

Siehe auch

miniKIM-Studie 2012

Spielende Vorschulkinder

Schon die Jüngsten sind von Medien fasziniert. Das geht aus den Ergebnissen der ersten miniKIM 2012 hervor, einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zum Mediennutzungsverhalten von Zwei- bis Fünfjährigen. Auch Computerspiele werden thematisiert.

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