The Walking Dead

24.06.2013 - eingestellt in Spielebeurteilungen

The Walking Dead VerpackungDie Zombie-Apokalypse ist über die Welt herein gebrochen. Als einer von wenigen Übriggebliebenen kämpft man ums nackte Überleben. The Walking Dead ist das düstere Adventure zur gleichnamigen Comic- und US-Serie. Aufgrund der Gewalt und der durchgehenden Spannung nur für Erwachsene.

Genre: Adventure, Actionspiel Herausgeber: Telltale Games
Plattform: PC (getestet), Xbox 360,
PlayStation 3, iOS
Erscheinungsdatum:
April 2012
USK: keine Jugendfreigabe spielbar: ab 18 Jahren

Untote wandeln durch die Städte auf der Suche nach menschlicher Nahrung und verwandeln die Lebenden in ihresgleichen. Diejenigen, die bislang noch verschont wurden, versuchen sich zu Gruppen zu formieren und sich gegen die Bedrohung zur Wehr zu setzen. The Walking Dead zeichnet ein postapokalyptisches Szenario. Die Spielenden übernehmen die Rolle von Lee Everett, einem ehemaligen Professor und verurteilten Mörder. Bei seiner Überführung ins Gefängnis kommt er erstmals in Kontakt mit den Untoten. Der Kampf ums Überleben beginnt, seine Vergangenheit gerät in den Hintergrund. Kurz darauf trifft Lee auf die kleine Clementine und entwickelt Vatergefühle für sie. Auf der Suche nach Schutz begeben sich die beiden auf eine gefährliche Reise.

Screenshots

The Walking Dead Screenshot 1The Walking Dead Screenshot 2The Walking Dead Screenshot 3
The Walking Dead ist ein Mix aus Actionspiel mit typischer WASD-Steuerung und Adventure. Es gilt mit anderen Charakteren zu reden, um die Geschichte voran zu treiben, Gegenstände zu suchen und zu kombinieren sowie kleine Rätsel zu lösen.
Im Laufe der Geschichte trifft man auf andere Überlebende, einige von ihnen wohlgesonnen, andere nur auf die eigenen Ziele bedacht. Man rettet Menschen, hat aber auch einige Opfer zu beklagen. Immer wieder wird man vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt, die den Verlauf der Geschichte maßgeblich beeinflussen. Schnell wird klar, dass nicht nur von den Untoten Gefahr ausgeht.

The Walking Dead ist das Spiel zur gleichnamigen Comic-Reihe, die Protagonisten sind jedoch andere. Das Computerspiel ist in fünf Episoden unterteilt. Die Episoden können wahlweise im Standard-Modus oder im Minimal-Modus durchgespielt werden. Bei letzterem sind Funktionen wie Tipps und Hilfestellungen deaktiviert. Die Wahl der Anzeigemodi kann im Laufe des Spiels problemlos wieder geändert werden.
Die Sprachausgabe in The Walking Dead ist Englisch. Deutsche Untertitel sind verfügbar.

Anmerkung der Redaktion spielbar.de: Anfang 2013 veröffentlichte Activision „The Walking Dead – Survival Instinct“. Das Spiel unterscheidet sich von dem hier besprochenen.

Siehe auch

ZombiU

Einen Kommentar zu “The Walking Dead”

  1. Päd. Beurteilung: Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

    Schon Heavy Rain war ein emotional bewegendes Spiel und stellte einen vor moralische und ethische Grundsatzfragen. Ähnlich – allerdings in einem fiktiven, düsteren, postapokalyptischen Szenario – ist es bei The Walking Dead. Immer wieder vor Entscheidungen gestellt, die das eigene Leben und das des Schützlings Clementine beeinflussen, zu der man im Laufe des Spiels eine immer engere emotionale Bindung aufbaut.

    Die Entscheidungen beginnen bei einfachen Konversationen. Wie viel darf man von sich selbst verraten? Wie viel sollte man verbergen, um nicht wegen seiner Vergangenheit belangt oder vorverurteilt zu werden? Wann verstrickt man sich in Lügen und verliert so Glaubwürdigkeit? Man hat nur begrenzt Zeit um eine Auswahl für das Gespräch zu treffen. Wurde keine Entscheidung getroffen, bleibt der Charakter stumm, was wiederum je nach Gesprächspartner und Situation unterschiedlich aufgefasst wird.
    Schwer fallen auch moralische Entscheidungen, in denen direkt das Leben anderer betroffen ist. Hilft man einer Person und setzt dafür das Leben einer anderen aufs Spiel? Sind zwei Personen gleichzeitig in Gefahr, welcher steht man bei und welcher fällt man in den Rücken? Manchmal muss man abwägen, wer einem möglicherweise in der Zukunft hilfreicher sein könnte. Jede Entscheidung – sei es die Wahl der Gesprächsführung oder die der Taten – fällt früher oder später auf einen zurück, im positiven oder negativen Sinne. Die Tatsache, dass The Walking Dead automatisch speichert und getroffene Entscheidungen damit endgültig sind, sorgt für durchgehende Anspannung im Spiel, erhöhen aber gleichzeitig auch den Mehrspielwert.

    Hinzu kommen regelmäßige Schockmomente. Während man in The Walking Dead nichts ahnend mit Charakteren spricht, kommt es immer wieder zu unvorhergesehenen Vorfällen. Zum Beispiel der plötzliche Autounfall gleich zu Beginn des Spiels oder wie aus dem Nichts auftauchende Zombies. Es gilt dann schnell Entscheidungen zu treffen oder vorgegebene Tastenkombinationen zu drücken. Dazu bedarf es durchgehender Konzentration. Doch nicht nur Konzentration und eine gewisse Stressresistenz sind von Nöten. Blitzschnelle Reaktionen, eine gute Hand-Augen-Koordination bei Kämpfen sowie die Fähigkeit Streitgespräche durch kluges Abwägen der eigenen Worte zu deeskalieren.

    Gewalt ist elementarer Bestandteil des Spiels, und die Darstellung derer und ihrer Folgen sind sehr detailliert. Nicht selten muss mehrfach mit einem dumpfen Gegenstand auf den Schädel eines Zombies eingeschlagen werden, bis dieser keine Gefahr mehr darstellt, den Blick dabei immer auf den Gegner gerichtet. Der Mix aus realistischer 3D-Grafik und comichaftem Zeichenstil, auch Cel Shading genannt, sowie das fiktive Zombieszenario sorgen zwar für gewisse Distanzierungsmöglichkeiten zum Spielinhalt. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei The Walking Dead aufgrund der Gewalt und der durchgehenden emotionalen Anspannung um reine Erwachsenenunterhaltung.

Schreib einen Kommentar