Tomb Raider (2013)

06.05.2013
Lara Croft prägt seit 1996 das Genre des Action-Adventures wie kaum ein anderer Charakter. Der nun aktuelle Titel der Spielserie ist ein Blick in die Vergangenheit der vielgereisten Archäologin. Tomb Raider ist ein cineastisches und actionreiches Spiel für Erwachsene.

Das Meer tobt als Lara von einer Explosion hochschreckt. Die „Endurance“, das Forschungsschiff, mit dem die junge Frau und die anderen Expeditionsteilnehmer in den Gewässern Südjapans unterwegs sind, ist in einen Sturm geraten und birst auseinander. Mit letzter Kraft kann sich die junge Archäologin auf eine nahegelegene Insel retten. Von ihren Teammitgliedern getrennt und schwer verletzt versucht sie, auf dem unbekannten Eiland zu überleben und Kontakt mit ihren Freunden und Kollegen aufzunehmen. Dazu gilt es die Insel zu erkunden und Vorräte zu sammeln. Im weiteren Spielverlauf gelangt man so auch in den Besitz verschiedener Waffen wie Bögen, Pistolen oder Äxte, die wertvolle Dienste im Kampf leisten.

Gefahren lauern in Tomb Raider nicht nur in Form von Wildtieren. Auch die bewaffneten Mitglieder eines geheimnisvollen Kults, dessen Herkunft erst später im Spiel weiter gelüftet wird, trachten den Schiffbrüchigen nach dem Leben.

Screenshots

Mittels WASD -Steuerung klettert man über Felsen, balanciert auf Bäumen entlang und interagiert mit seiner Umwelt. Die Kamera bleibt dabei fast immer hinter der Spielfigur (3rd-Person-Perspektive). Einzige Ausnahme in der Kameraeinstellung bieten die filmartigen Zwischensequenzen, die auch ohne Zutun der Spielenden ablaufen.

Das Tutorial für die Steuerung ist in die ersten Spielszenen von Tomb Raider integriert. Zusätzlich dazu werden an bestimmten Stellen zusätzliche Kontrollmöglichkeiten eingeblendet, um beispielsweise fallenden Gesteinsbrocken auszuweichen oder sich dem Griff von Verfolgern zu entziehen. Sollte man doch einmal nicht weiter wissen, hilft Laras Überlebensinstinkt: Ähnlich wie bei Hitman: Absolution werden auf Tastendruck wichtige Gegenstände und Spielziele deutlich hervorgehoben. Im Hauptmenu kann man außerdem zwischen drei Schwierigkeitsgraden wählen.

Das Action-Adventure besitzt erstmals neben der Geschichte auch einen Mehrspielermodus, in dem zwei Teams auf unterschiedlichen Karten gegeneinander antreten. Auf unterschiedlichen Maps müssen hier Vorräte beschafft oder alle Gegner mit Waffen oder Fallen ausgeschaltet werden. Weitere Karten können als kostenpflichtiger DLC erworben werden.

Pädagogische Beurteilung:

Auch das neue Tomb Raider verbindet, wie seine Vorgänger, actionreiche Kämpfe und Knobelaufgaben mit dem Hauch des Übernatürlichen. Die schnelle, filmreife Kameraführung, die detaillierte grafische Darstellung und der orchestrale Soundtrack verdichten die Atmosphäre. Gruften und versteckte Plätze laden zusätzlich zum Erkunden (und Plündern) ein und sprechen damit besonders neugierige Spielende an. Die unterschiedlichen Rätsel sind für Einsteiger nicht zu schwer, lassen aber auch erfahrene Tomb Raider-Fans kurzzeitig ins Grübeln kommen. Wichtig sind hier ein gutes Auge für die Umgebung und gute Reaktionen in Kampfsituationen.

Besonders motivierend wirken neben den zahlreichen Entdeckungen auf der Insel auch die vielen Möglichkeiten dem eigenen Sammlertrieb nachzugehen. Dutzende Kisten mit Bergungsgut, alte Reliquien, Geocashes und historische Dokumente finden sich praktisch überall. So erfährt man einerseits mehr über die Zusammenhänge auf der Insel und erhält andererseits Waffen die modifiziert und aufgerüstet werden können. Auch das Sammeln von Erfahrungspunkten und weiteren Fähigkeiten trägt zur Langzeitmotivation bei.

Der Fokus auf die (gelungene) cineastische Umsetzung hat allerdings auch seine Schattenseiten. Was als Überlebenskampf einer jungen, unerfahrenen Frau beginnt, wandelt sich nach kurzer Spielzeit in einen Hollywood-Actionstreifen. Die Lara Croft, die sich beim ersten erlegten Hirsch entschuldigt und bei ihrem ersten erschossenen Gegner weinend in die Knie geht, geht im späteren Spielverlauf mit Kampfschrotflinte und Granatwerfer gegen ihre Gegner vor. Diese charakterliche Entwicklung wirkt unrealistisch schnell. Auch der scheinbare Überlebenskampf in der Wildnis ist eher oberflächlich: Geborgenes Strandgut, Schätze und ausgenommene Tiere liefern lediglich Bergungspunkte (Salvage-Points), die in Waffenverbesserungen investiert werden können.

Die zahlreichen Kampfhandlungen werden in Tomb Raider unverfälscht dargestellt. Die Geschichte ist blutig und emotional in Szene gesetzt. Auf alternative Lösungswege wird (leider) größtenteils verzichtet. Durch die realistische Grafik, zusammen mit der bedrohlichen, geheimnisvollen Kulisse und dem hohen Kampfanteil ist das Spiel für Kinder und Jugendliche nicht geeignet.
Christian Knop
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Siehe auch

Spielebeurteilung

Lara Croft and the Guardian of Light

Auch im neuesten Action-Adventure der Archäologin werden den Spielenden spannende Kämpfe und knifflige Rätsel geboten. Ob allein oder zu zweit im Kooperations-Modus, "Lara Croft and the Guardian of Light" bietet lang anhaltenden Spielspaß für Spielende ab 12 Jahren.

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