Fragenbär – Pass auf!

02.11.2012 - eingestellt in Spielebeurteilungen

Fragenbär Pass AufIn diesen Teil der bekannten Fragenbär-Reihe wird spielerisch das Konzentrationsvermögen und das Gedächtnis trainiert. Die einzelnen Trainingseinheiten überzeugen. Eine schwache Story und fehlende langzeitmotivierende Spielelemente sorgen jedoch nur für kurzzeitige Unterhaltung.

Genre: Denkspiel Herausgeber: Spielend Lernen Verlag
Plattform: PC Erscheinungsdatum: Februar 2012
USK: LEHR-Programm spielbar: ab 6 Jahren

Von Koray Çoban (Spieleratgeber NRW)

Der ‚Fragenbär‘ des Spielend Lernen Verlages hat im Lernspiel Olymp wohl seinen Platz sicher. Zahlreiche renommierte Pädagogikpreise, u.a. die Preise von Digita und GIGA-Maus, nennt er mittlerweile sein Eigen. Statt sich genüsslich zurückzulehnen und sich auf den eingeheimsten Lorbeeren auszuruhen, nimmt der kleine Bär mit „Pass auf! – In Tulilas Zauberschloss“ die Herausforderung an und versucht die großen Fußstapfen seiner Vorgänger auszufüllen. Und es hat sich gelohnt. Auch dieser Titel wurde 2012 von dem Softwarepreis GIGA-Maus in der Kategorie “Kinder von 6 bis 10 Jahren” ausgezeichnet.

Die Vorgeschichte des Spiels entführt uns in eine Zauberwelt: Der böse Kater Murrlin ist mit seinen fiesen Zaubertricks in das Schloss eingedrungen und hat dabei den Fragenbär in einen hilflosen Teddy verwandelt. Der Kater ist auf der Jagd nach dem sagenumwobenen Elfenschatz von Tulila, der ‚Herrin‘ des Schlosses. Nun gilt es den Kater am Erreichen seines Zieles zu hindern und damit das Schloss, sowie den Fragenbär zu befreien.

Screenshots

Fragenbär Pass Auf Bild 1Fragenbär Pass Auf Bild 2Fragenbär Pass Auf Bild 3
Schnell noch via Tastatur den Spielernamen eingeben und es kann losgehen. Die Tore des Schlosses öffnen sich und wir befinden uns in der Schlosshalle, welches gleichzeitig eine Art Spielmenü darstellt. Der Aufgang zum Thronsaal und somit zum Zauberkristall ist zunächst versperrt. Es gilt nun durch Öffnen der verschiedenen Türen unterschiedlich geartete Aufgaben, welche sich in zwei Schwierigkeitsgraden präsentieren, zu erledigen und somit eine Stufe nach der anderen zu nehmen. Durch das Lösen unterschiedlichster (Konzentrations-)Aufgaben erhält man so genannte Zauberkristalle, die auf dem Weg zur Freiheit unabdinglich sind.
In einer ‚Trainingshalle‘ können die Minispiele vorher jeweils ausprobiert werden.

Ähnliches Spiel

Emil& Pauline in Rabbit City – Konzentrationsspiele für 1. Und 2. Klasse

Einen Kommentar zu “Fragenbär – Pass auf!”

  1. Päd. Beurteilung: Koray Çoban, Spieleratgeber NRW schreibt:

    Aller Anfang ist… Konzentration!
    Mit „Pass auf!“ und „Spielend Lernen“ sind die einzelnen Aufgaben im Grunde bereits treffend charakterisiert. „Das kann man nicht so nebenbei machen, konzentrier dich!“ – in der Tat erscheint es schwierig die Spielchen „einfach mal so“ anzugehen. Alle Aufgaben erfordern ein Mindestmaß an Konzentrationsfähigkeit und im wahrsten Sinne des Wortes muss man aufpassen, wenngleich sie bei richtiger, sprich konzentrierter Spielweise schnell erfasst sind. Während unserer Testphase war nahezu jedem Einzelnen bewusst, dass der vorliegende Titel primär eine Art Konzentrations- und Gedächtnistraining darstellt. In gewisser Weise also eine Art „Schule auf DVD“. „Also ich hatte mehr Spaß, als dass ich was gelernt habe!“ – es ist immer wieder erstaunlich, welche Möglichkeiten ein Spiel entfalten kann. Weder der etwas mühselige Einstieg in eine vermeintliche Abenteuergeschichte, noch die Tatsache gerade zu ‚lernen‘, hinderte die Gruppe daran das Spiel schlicht zu spielen. Selbst das Manko, dass die Spiele nur einzeln spielbar sind, wurde gekonnt ignoriert. Im Verlauf des Tests entwickelte sich eine unvergleichliche Gruppendynamik. So spielten einige das Spiel gemeinsam kooperierend und entwickelten regelrecht Strategien, wie sie die nächste Aufgabe möglichst schnell meistern können. Beispielsweise muss man sich bei einer Aufgabe die Anzahl verschiedenfarbiger Blumen merken, gekonnt wurde dies auf mehreren Schultern verteilt – „So jeder merkt sich was anderes! Du merkst dir die blauen, du die roten und ich mir die gelben“. Anders als bei vielen Minispielsammlungen stand hier somit wirklich das Zusammenspiel im Vordergrund. Andere wiederum wollten sich, im krassen Gegensatz zu diesem gemeinsam agieren, partout nicht helfen lassen und waren überzeugt davon, dass sie die Aufgaben auch ganz alleine meistern können. […]

    Aller Anfang ist… kurz.
    Das „Zauberschloss“ hat jeden einzelnen unserer Testergruppe nach Startschwierigkeiten in seinen Bann gezogen. Die Motivation lag dabei nicht darin die banale und eigentlich unnötige Geschichte fortzusetzen, sondern vielmehr die einzelnen Trainingseinheiten, die auch durchaus als solche wahrgenommen wurden, zu meistern. Einzelne Aufgaben wurden dabei auch gerne trotz erfolgreichem Zieleinlauf mehrfach gespielt, wobei man sich nach einigen Einheiten dann doch recht schnell der nächsten Aufgabe widmete. Dass der Fragenbär lange gefragt sein wird, darf jedoch bezweifelt werden. Natürlich üben die Aufgaben eine gewisse Strahlkraft aus, sind für sich betrachtet auch wirklich gelungen und werden ihrem pädagogischen Anspruch auch durchaus gerecht. Wegen der etwas unnötigen Rahmenhandlung, eine mit zwölf Spieleformen dürftige Spieleanzahl und den wenigen Möglichkeiten ‚des sich Messens‘, z.B. durch Ranglisten, ist ein wirklich langanhaltender Spielspaß nur schwer vorstellbar.

    » Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

    Fazit: Mit „Pass auf! – In Tulilas Zauberschloss“ präsentiert der Spielend Lernen Verlag eine kurzweilige und durchaus gelungene Lernsoftware für Kinder im Grundschulalter. Spielerisch und mit viel Spaß verbunden wird dabei das Gedächtnis und Konzentrationsvermögen trainiert. Leider sind dabei langzeitmotivierende Spielelemente Fehlanzeige, so dass ein über einen ausgedehnteren Zeitraum anhaltender Spielspaß bezweifelt werden darf.

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