Limbo

28.09.2011
Limbo ist ein rundum stimmungsvolles Spiel in Schwarzweiß mit Gänsehautfeeling. Knifflige Aufgaben kombiniert mit lockeren Jump’n’Run-Einlagen sorgen für viel Abwechslung und Langzeitunterhaltung. Der teils makabere Humor ist allerdings nicht für unter 16-Jährige geeignet.


Im Grunde genommen handelt es sich bei Limbo um ein Jump’n’Run mit diversen Rätsel-Elementen. In der Hauptrolle: ein kleiner namenloser Junge. Viel erfährt man über ihn zunächst nicht. Auch nicht, warum er plötzlich ganz allein in einem dunklen Wald aufwacht. Um das herauszufinden schlüpfen die Spielenden in die Rolle des Jungen und begeben sich auf eine gefährliche Reise durch die düstere Schwarzweiß-Welt von Limbo.

In Limbo stellen sich den Spielenden ganz unterschiedliche Gefahren in den Weg, darunter diverse Fallen und feindlich gesonnene Gegenspieler. Die Schwierigkeit dabei: Der Protagonist ist in seinen Handlungsmöglichkeiten sehr beschränkt. Er kann nach links und rechts gehen, springen und Gegenstände bewegen. Mehr aber auch nicht. Er hat keine Waffen, um sich zu verteidigen. Stattdessen müssen sich die Spielenden Gegenstände, Mechanismen und andere Hilfsmittel nutzen, um Gegnern zu entfliehen oder sie gar zu besiegen.

Screenshots

Limbo machte bereits beim Independent Games Award 2010 auf sich aufmerksam, nachdem es in den Kategorien „Excellence in Visual Arts“ (innovative Graphik) und „Technical Excellence“ (technische Perfektion) als Gewinner hervorging. Das Indie-Game avancierte zunächst in seiner Xbox -Fassung innerhalb kürzester Zeit zum Hit. Seit kurzem ist Limbo auf allen gängigen Plattformen spielbar.

Das Spiel kann online über die offizielle Seite des Entwicklers oder über die Online-Services PlayStation Network (PS3), Xbox Live (Xbox 360) sowie Steam (PC) erworben werden. Limbo erschien außerdem zusammen mit den Xbox Live Spielen Trials HD und Splosion Man auf einem Datenträger. Auf dieses Dreierpack bezieht sich auch die oben aufgeführte Einstufung der USK.

Anderes Independent Game

Braid

Weiterführender Link

Independent Games Award 2010

1 Kommentar

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Limbo – der Stoff, aus dem Alpträume gemacht sind? Der kleine Junge in der Rolle des Protagonisten bewegt sich durch eine Welt voller Dunkelheit, Einsamkeit und überdimensional großer Insekten. Dinge, vor denen sich so manch ein Kind fürchtet.
Die düstere Grundstimmung durch die minimalistische, einem Schattenspiel ähnelnden Darstellung in Schwarz-, Weiß- und Grautönen, kombiniert mit teils unheimlichen Unschärfen sorgen für Gänsehaut im gesamten Spiel. Unterstützt wird sie durch die aus leisem Grollen und Pfeifen bestehenden Geräuschkulisse.
Trotz minimalistischer Grafik und Hintergrundgeräusche wird es zu keiner Zeit langweilig in Limbo. Das Setting und die Aufgaben sind stets abwechslungsreich. Immer gibt es für die Spielenden Neues zu entdecken.

Eine Einführung in das Spiel gibt es nicht. Die Spielenden erschließen sich die Steuerung und die zu lösenden Aufgaben selbst. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei im Spielverlauf an. Springt man anfangs lediglich über Abgründe oder Fallen, gilt es kurze Zeit später schon verschiedene Mechanismen punktgenau auszulösen und Kisten zu verschieben, um größere Höhenunterschiede zu überwinden. Die Spielenden sehen sich mit diversen Gegnern konfrontiert. Da der Protagonist selbst unbewaffnet ist, müssen sich die Spielenden ihre Umgebung zu Nutzen machen. So können sie beispielsweise Feinde in durch Druckschalter aktivierte Pressen locken.

Um in Limbo erfolgreich zu sein, benötigen die Spielenden Geschicklichkeit für die Jump’n’Run´-Einlagen, logisches Denkvermögen und auch etwas Kreativität für die Rätsel. Doch selbst wenn die Spielenden über eben jene Vorraussetzungen verfügen werden sie es kaum schaffen, den ersten Durchlauf unbeschadet zu überstehen. Viele Fallen und Rätsel kommen im ersten Moment erschreckend unerwartet. Nicht selten muss der Protagonist erst sein Leben lassen, damit die Spielenden hinter die Logik einer Falle kommen. Das Prinzip des Trial & Error zieht sich so durch das gesamte Spiel.

Frustration kommt dennoch nur selten auf. Zum einen speichert das Spiel automatisch vor neuen Rätseln und wirft die Spielenden bei Niederlagen nie weit zurück. Zum anderen sind die Sterbeszenen sehr abwechslungsreich inszeniert. Da wird der Hauptcharakter beispielsweise wie aus dem Nichts von einem messerscharfen Bein einer Riesenspinne aufgespießt oder gerät aus Versehen in Zahnräder hinein und wird von diesen zerdrückt. Was für Gamer über 16 Jahren an dieser Stelle als makaberer Humor wahrgenommen wird, kann auf jüngere Spielende verstörend wirken.
Spielende über 16 Jahren erhalten mit Limbo ein schauriges Spiel mit viel Abwechslung und kniffligen Aufgaben, das lange Zeit zu motivieren weiß. Auch wenn das Spiel nur über einen Einzelspielermodus verfügt, kann es durchaus in der Gruppe gespielt werden. Gemeinsam rätseln, was als nächstes passiert oder wie die kommende Herausforderung bewältigt werden kann, sorgt für zusätzliche Unterhaltung.

28.09.2011 um 10:59


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