Games beyond fun

15.06.2011 - eingestellt in Independent Games, News, Serious Games, Spiele & Trends

EludeWer sagt, dass Computerspiele allein der Unterhaltung dienen? ‚Games beyond fun’ gehen über den Spaß hinaus und machen Emotionen und ernste Sachverhalte erlebbar. Ein kleiner Exkurs in Spiele, bei denen nicht das Happy End sondern der Weg das Ziel ist.


Bild: Elude – ein Spiel über Depression

Von Anne Sauer (Redaktion spielbar.de)

Die Stimmung ist düster, Hintergrundmusik gibt es kaum. Geräusche schallen wie in einem leeren Raum. Dann plötzlich hellt sich der Himmel auf, man scheint fliegen zu können. Kurze Zeit später folgt wieder ein tiefer Absturz und die Spielenden finden sich wieder in der Ausgangssituation. In „Elude“ erleben die Spielenden ein scheinbar nie endendes Wechselbad der Gefühle, den Anflug von Hoffnung gefolgt von tiefen Stürzen in freudlose und triste Phasen. Das Spiel nimmt sich dem Thema Depression an. Den Spielenden wird im Spiel bewusst, dass es nicht in der Hand der Betroffenen liegt, ob ein Stimmungsloch auftaucht oder nicht. Allein wer im Spiel Hilfe von außen sucht kann wieder Freude erfahren.

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Hinter Elude steckt das von der Regierung in Singapur gesponserte MIT GAMBIT Game Lab. Es erforscht ästhetische, kommerzielle, kulturelle, soziologische und psychologische Faktoren von Computerspielen. Fragen, denen dabei nachgegangen wird sind beispielsweise: Wie kann man mit Spielen tiefgreifende Botschaften erlebbar machen? Mithilfe der wissenschaftlichen Ergebnisse werden Prototypen für experimentelle Serious Games beziehungsweise „Games beyond fun“ entwickelt. Die Ergebnisse sind kurze Spiele mit innovativem Ansatz, die den Spielenden quasi einen Spiegel vorhalten und ihnen auf die Art und Weise helfen sich selbst kennenzulernen und andere besser zu verstehen.

Es gibt einige vom GAMBIT Game Lab entwickelte Spiele, die ähnlich Elude auf einzigartige Weise Emotionen darstellen. Andere spielen mit den Erwartungen der Spielenden und erfordern ein völliges Umdenken. Wie zum Beispiel „Afterland“, ein Jump’n’Run. das zunächst entwickelt wurde, um Lernprozesse bei Gamern zu studieren. Folgt man hier bekannten Schemata ist ein Sieg nicht möglich. Stattdessen führt eine scheinbare Niederlage unerwartet zum Ziel.

AfterlandAfterlandAfterland
Das GAMBIT Game Lab ist eine Ausnahme in der Branche. Denn bislang trauen sich nur kleine, unabhängige Indie-Game-Entwickler an ähnlich innovative Konzepte heran. Experimentiert wird wenig. Dabei sind Computerspiele das ausdrucksfähigste Medium unserer Zeit. Die Spielenden können aktiv in das Geschehen eingreifen, etwas verändern – anders als im Film beispielsweise.

Die Beispiele des GAMBIT Game Lab zeigen einmal mehr die Potentiale von Computerspielen und ihren Mehrwert gegenüber anderen Medien bei der Vermittlung ernster Sachverhalte. Die Spiele sind übrigens kostenlos und viele direkt im Browser spielbar, wie auch die beiden genannten. Ein kleiner Blick lohnt sich also.

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Singapore MIT GAMBIT Game Lab

2 Kommentare zu “Games beyond fun”

  1. Tanya Spanner schreibt:

    Sorry, man, but I don’t think so!

  2. 0350 /// Clash of Realities 2012: Schokolade oder Broccoli – Wie verpackt man Serious Games? – Next Level Conference schreibt:

    […] hatte vielmehr zum Ziel Aspekte des Menschseins, insbesondere Gefühle, erfahrbar zu machen. In »Elude« beispielsweise erleben die Spielenden, wie sich Depressionen anfühlen und welcher Hilflosigkeit […]

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