Spiele nachgebastelt!

01.11.2010 - eingestellt in News, Spiele & Trends, Spielkultur

Schneiden, Falten, Kleben: Mit kostenlosen Vorlagen aus dem Internet basteln sich Gamer ihre Lieblingsfiguren und –schauplätze aus Computerspielen als kleine 3D-Modelle aus Papier nach. Der Trend erlaubt eine gesunde PC-Pause, ohne das digitale Hobby aus den Augen zu verlieren.


Detailgetreue Nachbildungen von Computerspielfiguren aus Papier? Unter dem Begriff Papercraft, so die Bezeichnung in Japan und im englischsprachigen Raum, finden Papiermodelle derzeit weltweit Verbreitung. Blogs und Webseiten wie papercraft.net oder nintendopapercraft.com beispielsweise bieten unzählige Vorlagen für Figuren aus beliebten Computer- und Konsolenspielen. Ob aktuelle Spiele oder Klassiker, hier findet jeder Computerspielliebhaber etwas für seinen Geschmack. Die Vorlagen sind meist sehr detailliert, der Aufbau selbsterklärend. Bei komplexen Modellen werden häufig Bastelanleitungen mitgeliefert.

Modell „Spirit Tracks Link“ von Lyrin (nintendopapercraft.com)

Nicht nur einzelne Charaktere lassen sich so nachbilden. Ganze Spielumgebungen finden sich als Vorlage im Internet.

links: „Paper Mario Automata“ von ddi7i4d (nintendopapercraft.com)
rechts: Mario Diorama von reverendtimothy (nerd-craft.blogspot.com)

Ganz neu ist die Idee mit den Papiermodellen übrigens nicht. Früheste Modellbauten aus Karton und Papier lassen sich bis ins 16. Jahrhundert und früher zurückdatieren. Ende der 1850er produzierten Verleger in Deutschland die ersten Modellbaubögen in hohen Stückzahlen und sorgten so für deren Verbreitung. Im Laufe der Jahre verloren diese Kartonmodelle jedoch wieder an Bedeutung und wurden zu einem Nischenprodukt. Das Internet mit seiner globalen Vernetzung sorgt nun für eine neue Bastel-Euphorie in Europa.

Wer gerne selbst einmal sein Lieblingsspiel aus Papier nachbilden möchte, kann auf den entsprechenden Webseiten nach einem gewünschten Modell stöbern. Leider ist der Großteil dieser Seiten derzeit auf Englisch. Fast alle Vorlagen werden im Internet von Fans kostenlos zur Verfügung gestellt. Alles was man braucht sind ein guter Drucker, entsprechendes Papier, Schere, Klebstoff sowie etwas Zeit und Geduld. Letzteres sollte dabei nicht unterschätzt werden. Es empfiehlt sich vor allem als Anfänger mit einfacheren Modellen zu beginnen. Informationen zum Schwierigkeitsgrad werden häufig in der Modell-Beschreibung angegeben.
Wer den zeitlichen Aufwand nicht scheut und etwas Geduld beweist wird mit einer ganz persönlichen Trophäe für seine Mühe belohnt. Nebenbei kann man so seine Fingerfertigkeit steigern und legt gleichzeitig eine gesunde Computerpause ein, ohne sein digitales Hobby ganz aus den Augen zu verlieren. Auch für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kann Papercraft als Anlass genommen werden, eine Alternative zum digitalen Spiel aufzuzeigen und gleichzeitig mit den Kindern und Jugendlichen über ihre Spielvorlieben ins Gespräch zu kommen.

Weiterführender Link

Spielkultur

Weblinks für Modellvorlagen

Papercraftmuseum.com (inkl. Tutorials)

Papercraft.net

Nintendopapercraft.com (inoffizielle Modelle bekannter Nintendo-Spiele)

Paper Pokés (inoffizielle Pokémon-Papiermodelle)

Cubecraft.com

WoW Papercraft (inoffizielle World of Warcraft-Papiermodelle)


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