Braid

25.11.2010
Auf den ersten Blick ein klassisches Jump ‘n‘ Run. Schnell entpuppt sich Braid aber als innovatives Puzzle-Abenteuer, in dem die Manipulation der Zeit Haupt-Spielelement ist. In seiner Vorabversion gewann das Spiel bereits 2006 einen Award für „Innovation in Game Design“ beim Independent Games Festival.

Braid ist schwer mit gewöhnlichen Konzepten von Spielen zu beschreiben. Die Aufgabe der Spielenden ist es durch cleveren Einsatz ihrer Fähigkeiten Puzzleteile in den verschiedenen Level zu finden und sie einzusammeln. Den Spielenden stehen dabei besondere Hilfsmittel beziehungsweise Fähigkeiten zu Verfügung, die sie für die Lösung der Aufgabe nutzen können.

Jede der Fähigkeiten die dem Spieler zur Verfügung stehen ist eine besondere Art der Zeitmanipulation die man auf unterschiedlichste Arten und Weisen einsetzen kann. Zum Repertoire des Spielers gehören „Zeitfelder“ die alles in einem bestimmten Bereich verlangsamen, ein „Zeitschatten“ der zuvor getanes erneut tut und damit Einfluss auf die Welt haben kann sowie die Fähigkeit, die Zeit beliebig vor und zurück zu spulen. Wer alle Rätsel erfolgreich lösen möchte muss seine Art zu denken drastisch an neue Definitionen von „Zeit“ anzupassen.

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Nicht nur im Spielprinzip zeigt sich Braid als etwas Besonderes. Auffallend sind auch die sehr liebevoll gestalteten Grafiken des Spieles, die den Eindruck erweckt als bewege man sich in Gemälden. Dementsprechend fällt auch die Musikalische Untermalung eher klassisch aus und bietet Instrumentalstücke auf Harfe, Violine und Piano.
Grafik und Musik sind dabei nicht von der Zeitmanipulation ausgenommen. Wer beispielsweise in der Zeit umher spult, der spult auch in der Musik zurück, bewegt man sich schneller in der Zeit, sieht auch die Welt unschärfer und verschwommener aus.

Die Handlung des Spieles wird sehr zurückhaltend und nur in Bruchstücken erzählt: man sucht (s)eine Prinzessin aber findet sie nie. Erst gegen Ende des Spieles ergeben sich diverse Ansätze, wie die Handlungsbruchstücke zusammenzusetzen sind und die Spielenden werden mit einer wirklich innovativen „Auflösung“ der Handlung belohnt.

Der Schwierigkeitsgrad von Braid ist dabei, vor allem durch die Rätsel, sehr hoch angesiedelt.

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Independent Games
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4 Kommentare

Stephan, 19, Infoc@fe Neu-Isenburg schreibt:

Braid ist eines dieser Spiele, die man schwer wieder vergisst. Und vergessen ist ein gutes Stichwort, um den Schwenk zur Handlung des Spieles zu finden, denn ob der Held des Spieles etwas vergessen hat, seine Erinnerungen wieder erlebt oder ob er neues erlebt ist dem Spieler, zumindest bis zum bitteren Ende, unklar. Klar ist aber, dass es eine eher melancholische Geschichte ist die erzählt wird, die von Verlust und Fehlern berichtet, und je weiter der Spieler ihr folgt, mehr und mehr Sinn und Tiefe erhält. Grafik und Sound des Spieles sind dabei eher zweckmäßig gehalten; der Spieler bewegt sich durch eine Landschaft, die einem Pastellgemälde nachempfunden ist und wird dabei von klassischer, zumeist Violinen- und Klavier-lastiger Musik begleitet. Da aber Grafik wie Sound mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet wurden und sich dem Spielgeschehen anpassen entsteht ein völlig „rundes“ Ergebnis das einen nirgends anecken lässt. Und trotz allem ist all dies nur Nebenwerk ohne tragende Rolle im eigentlichen Spiel, hier könnte sich so manches große Entwicklerstudio eine Scheibe abschneiden.

Das eigentliche Spiel verändert die Perspektive auf die (Spiel)welt, ähnlich wie es Portal tat, dauerhaft. Nicht in Portalen denken ist bei Braid angesagt sondern sein Konzept über den Ablauf von Zeit grundlegend zu überdenken – wer seine Sichtweise nicht anpasst wird es kaum schaffen, die Rätsel des Spieles zu lösen. Und bei den Rätseln handelt es sich um solche, an denen man sich stundenlang die Zähne ausbeißen kann, um dann von eben auf jetzt die Lösung zu finden und sich zu freuen, wie elegant und simpel sie doch die ganze Zeit da war, ohne dass man sie gesehen hat. Selten hat man heute noch solche Erfolgserlebnisse in einem Spiel.

06.09.2010 um 12:40
Björn schreibt:

Muss ehrlich sagen, dass dieses Spiel zu Anfang richtig spass macht, tolle Musik und Effekte hat, aber so ab der 3. Welt ein wenig too much wird. Die Musik is auch nie mehr so geil wie in der Ersten.

07.09.2010 um 09:11
Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- schreibt:

"Braid“ ist durch die ungewöhnliche Idee der Zeitmanipulation eine gelungene Abwechslung zu typischen Jump&Run-Spielen. Dieses Spielelement eröffnet Spielenden verschiedenste Wege zum Ziel. Flexibles, logisches Denken braucht man, um sich schnell auf neue Herausforderungen einzustellen und Lösungen zu finden. Das Spiel bedient sich einer einfachen aber passenden und stimmungsvollen 2D-Grafik. Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass man bei dem Spiel "ins kalte Wasser geworfen wird" und Erklärungen generell nur spärlich gesät sind. Mit etwas Übung kommt man dahinter, wie es funktioniert und auch die Geschichte wird immer klarer. Notfalls muss man in der Komplettlösung im Internet nachschlagen. Ein Minuspunkt ist die fehlende Sprachausgabe. Da die einführenden Texte aber notwendig für das Verständnis der Spielgeschichte sind, wäre es ratsam, diese nicht wegzulassen. Trotz dieser kleinen Mängel werden Spannung und Spaß das ganze Spiel hindurch aufrechterhalten. Rasch Denken, Ausprobieren, Zurückspulen und das Ganze noch einmal, bis es klappt - sterben kann man nicht, nur schneller werden! "Braid" wird von der Bewertungskommission für Spielende ab 12 Jahren empfohlen.

13.09.2010 um 11:42
0350 /// Clash of Realities 2012: Schokolade oder Broccoli schreibt:

[...] des Dokumentarfilms Indie-Game: The Movie. Der Film begleitet die Entwickler von Super Meat Boy, Braid undFEZ auf einer emotionalen Reise von der Ideenentwicklung, über die Umsetzung bis hin zur [...]

19.06.2012 um 10:01


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