Weibliche Gamer fürchten Stigmatisierung

10.03.2010 - eingestellt in Debatten & Studien, Mädchen & Computerspiele, News

Längst sind Computerspiele kein reines Männerterrain mehr. So viel steht fest. Doch ist das auch allgemein akzeptiert? Eine aktuelle Befragung US-Amerikanischer Frauen zeigt ein anderes Bild: Viele weibliche Gamer glauben, ihr Hobby verstecken zu müssen.

 

Laut einer Studie von Q Interactive, einem amerikanischen Markforschungsunternehmen, bezweifeln weibliche Gamer, dass das Thema Frau und Computerspiele gesellschaftlich anerkannt sei. Insgesamt 700 Frauen wurden in den USA zum Thema Videospiele und ihrer Wahrnehmung dessen befragt. Demnach befürchten viele, durch den Videospielkonsum negativ abgestempelt zu werden. 67% der Befragten glauben, dass lediglich eine bis fünf Stunden Videospielen pro Woche bei einer Frau sozial akzeptiert werden. Nur für 26% sind mehr als sechs Stunden vertretbar. 16% der Befragten gaben an, aufgrund der Angst vor fehlender Akzeptanz ihre Videospiel-Gewohnheiten zumindest manchmal zu verbergen.

Dabei ist der Trend, dass sich Mädchen und Frauen mehr für Computerspiele begeistern, schon seit geraumer Zeit zu beobachten. Auch die Spieleindustrie hat das erkannt und diese Zielgruppe bereits verstärkt ins Visier genommen. Speziell auf Mädchen und Frauen abgestimmte Computer- und Konsolenspiele sowie aufwendige Werbekampagnen bestätigen dies. Vor allem der wachsende Markt an Casual Games kommt den Vorlieben der Spielerinnen stark entgegen.

Doch woher kommt dann dieses Gefühl der Inakzeptanz? Ein Grund, der aus der Studie hervorgeht, ist die verbreitete, noch immer negativ behaftete Meinung von Videospielen generell. Über zwei Drittel die befragten Frauen bestätigten Vorurteile wie die Annahmen, Computerspiele machten generell süchtig oder wären Zeitverschwendung.

Möglicherweise, so eine Hypothese, ist die Ursache für diese Sichtweisen in bestehenden gesellschaftlichen Rollenbildern zu suchen. Auch in vielen Computerspielen werden Geschlechtsstereotype reproduziert, die nicht mehr zeitgemäß sind und damit ein veraltetes Rollenverständnis nähren. Eine spannende Forschungsfrage, die noch zu klären wäre. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen jedenfalls, dass das Thema Computerspiele unabhängig vom Genderaspekt leider noch immer nicht so selbstverständlich ist.

Weiterführender Link

Die Zahl der Spielerinnen steigt

„Am liebsten spiele ich Ego-Shooter“ – Was Mädchen über Computerspiele denken

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Pressemeldung zur Studie

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