Ich sehe was, das du nicht siehst!

28.05.2013
Virtual Reality war gestern. Der jüngste Trend heißt Augmented Reality. Statt zu versuchen, dass Spiel so realistisch wie möglich zu geschalten, wird hier die Realität zum virtuellen Spielplatz. Eine neue Art und Weise, Games zu erleben.



Ein niedliches pelziges Wesen springt und tobt zwischen unseren Beinen herum. Man kann es füttern, waschen, mit ihm spielen, man kann es sogar kraueln. Wendet man seinen Blick jedoch von dem Bildschirm ab, ist es nur Luft, die man streichelt. Die Rede ist von EyePet, einem virtuellem Haustier, das Ende letzten Jahres bekannt wurde. Es gilt als Vorzeige-Projekt der Spiele, die mit Augmented Reality arbeiten.

Hinter Augmented Reality, wörtlich übersetzt „erweiterte Realität“, verbirgt sich eine Technologie, die die reale Alltagswelt einbezieht und ihr digitale Elemente hinzufügt. Die natürliche Wahrnehmung wird dann beispielsweise durch Sound, Text oder ein Bild überlagert. Anders gesagt, wenn technische Hilfsmittel mehr zeigen, als ursprünglich von der Natur hergegeben, spricht man von Augmented Reality. Dieses Prinzip findet bereits Anwendung in mobilen Reiseführern für das Handy mit integrierter Kamera und GPS, einem satellitengestütztem System zur Bestimmung der eigenen Position. Wird das Mobiltelefon auf ein historisches Gebäude gehalten, erscheinen auf dem Display zusätzliche Informationen zum Objekt.

Augmented Gaming

Auch neuere Games greifen das Prinzip auf. Der Alltag wird zur Spielumgebung, indem auf die natürliche Umgebung virtuelle Spielinhalte projiziert werden. Realität und Virtualität verschmelzen. Augmented Reality kann man zwar (noch) nicht anfassen, das manuelle Auslösen von Interaktionen ist aber schon möglich, wie das schon erwähnte EyePet zeigt. Nachteil bei diesem virtuellen Haustier ist, dass es an einen Fernseher und damit an einen festen Ort gebunden ist, wodurch die spielerische Freiheit etwas eingeschränkt wird.

Das ist beispielsweise bei „Invizimals“, einem Augmented Reality Game für die PlayStation Portable (PSP), nicht so. Der Name „Invizimals“ setzt sich zusammen aus „invisible“ und „animals“ und bedeutet so viel wie „unsichtbare Tiere“. Dahinter verbergen sich kleine, für das bloße Auge unsichtbare, Fabelwesen, die erst auf dem Display der PSP Gestalt annehmen. Sie verstecken sich in farbigen Flächen der Realität und können mit der Handheld-Konsole bei aufgesteckter Kamera aufgespürt werden. Bunte Tapete, ein Farbklecks, ein farbiger Teppich, überall können sich die „unsichtbaren“ Wesen verstecken. Das Spielprinzip erinnert an die bekannte Pokémon-Reihe: Die Spielenden fangen Fantasiefiguren ein, hier mit einem Pappmarker als Falle, und können sie anschließend trainieren und gegeneinander antreten lassen.

» auf Seite 2 mehr lesen über LevelHEAD und GPS Mission Pro



Ein weiteres Beispiel für Augmented Reality Games ist das räumliche Memory-Spiel „levelHead“ von Julian Oliver. Die Spieloberfläche bildet hier ein Würfel, den die Spielenden in der Hand halten. Eine Kamera überträgt das Bild des Würfels auf einen Bildschirm. Dort werden auf jede Seite des Würfels unterschiedliche Räume projiziert, die durch Türen und Treppen miteinander verbunden sind. In einem dieser Räume befindet sich die Spielfigur, die auf der Suche nach dem Ausgang durch Drehen und Kippen des Würfels von Raum zu Raum bewegt wird. Die Schwierigkeit liegt darin, dass einige Türen nirgends hinführen, beziehungsweise in einen Raum, in dem man zu einem früheren Zeitpunkt schon war. Insgesamt gibt es drei Würfel, die jeweils durch eine Tür miteinander verbunden sind. Schafft man es, seine Spielfigur durch alle drei Würfel zu führen, ist das Spiel gewonnen. Das räumliche Gedächtnis wird hier auf eine harte Probe gestellt.

Video



Hinter „GPS Mission Pro“ verbirgt sich ebenfalls ein Augmented Reality Game, und zwar eine Erweiterung des bekannten Browsergames Dark Orbit für das iPhone. Man tritt als Weltraumpilot gegen unzählige andere Spielende an und sammelt unter anderem wertvolle Ressourcen. Diese können mithilfe der neuen Augmented Reality Anwendung nun auch in der realen Welt aufgespürt werden. Mittels GPS-Satellitennavigation werden die Spielenden samt Handy zu bestimmten Orten geführt, beispielsweise dem Brandenburger Tor in Berlin oder dem Kölner Dom. Am entsprechenden Ort angelangt, werden die Gegenstände auf dem Mobiltelefon sichtbar. Sie können dann auf das Raumschiff im Dark Orbit übertragen werden und bleiben somit im Spiel.

Die Beispiele machen deutlich, dass die Vorraussetzungen für Augmented Reality vergleichbar gering sind. Ob Handy, Smartphone oder Handheld-Konsole, alles mit (Farb-)Display und Kamera eignet sich generell für Augmented Gaming. Aufgrund der örtlichen Ungebundenheit und der damit verbundenen spielerischen Freiheit wird das Thema zukünftig sicherlich eine verstärkte Rolle im Bereich der mobilen Geräte spielen.

Weiterführende Links

Augmented Gaming bei Play09 mit CollecTic
Anne Sauer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

1 Kommentar

Niclas schreibt:

find ich gut

23.06.2014 um 13:44


Schreib einen Kommentar

* Pflichtangaben