Browsergames - Ein weites Feld (Teil 1)

31.03.2009
Browsergames sind angesagt, sowohl unter Gamern als auch unter Gelegenheitsspielenden. Keine Frage, dass spielbar diesen Trend nochmals unter die Lupe nimmt. In einem zweiteiligen Special geht es um einzelne Spiele, Hintergründe und Tipps für Eltern.
Das Angebot an Browsergames steht in seiner Vielfältigkeit den PC- und Konsolenspielen um nichts nach. Es gibt Rollenspiele, Simulationen und Jump ‘n‘ Runs, Spiele die unterhalten und ablenken wollen, aber auch welche mit ernstem Anliegen. Die Auswahl ist groß. Zwischen den Spielen einzelner Genres gibt es natürlich erhebliche Unterschiede bezüglich Spielkonzept, Qualität und Zeitaufwand. Einige Spiele sind als kurzweiliger Spaß für zwischendurch konzipiert, andere zielen darauf ab, die Gamer langfristig zu binden. Im diesem ersten Teil des Themenspecials stellt spielbar ausgewählte Browsergames vor.

Casual Games gehören gewissermaßen zum Standardrepertoire auf jedem größeren Webportal und finden reichlich Anklang unter den Spielenden. Klassiker wie Solitaire oder Skat sind ebenso angesagt wie Schieß-, Glücks- und Knobelspiele. Gemein ist aber allen, dass Regeln und Steuerung bewusst einfach gehalten sind. Die Spiele sind so konzipiert, dass man sie ohne große Vorbereitung starten kann. Einstiegshürden gibt es keine. Casual Games werden oft allein gespielt. Es gibt aber auch einige Anbieter, die sich auf solche Spiele spezialisiert haben, in denen man sein Können mit anderen Spielenden messen kann.

Das Jump ‘n‘ Run Molestown ist ebenfalls leichte Kost und auch für jüngere Kinder ab 7 Jahren geeignet. Springend und hüpfend steuern die Spielenden einen kleinen Teddy durch verschiedene Räume. Die Grafik ist ansprechend, alles sieht nett aus und lädt zum Erkunden ein. Es gibt keine furchteinflößenden Gegner oder düstere Hintergründe. Die Steuerung ist simpel und erfordert nicht mehr als ein wenig Geschicklichkeit. Molestown ist genau das Richtige für zwischendurch.

Dass Browsergames mehr sein können als reiner Zeitvertreib, verdeutlicht das Serious Game Darfur is Dying. Es will auf die harte Lebensrealität in afrikanischen Flüchtlingslagern aufmerksam machen. Um Wasser zu holen, müssen die Spielenden weite Strecken zurücklegen und sich vor feindlichen Milizen verstecken. Ziel des Spiels ist es, eine Woche lang für das Überleben des Lagers zu sorgen – keine leichte Aufgabe.

Einen Trend unter den Browsergames stellen Rollenspiele dar, die mitunter von mehreren tausend Gamern gleichzeitig gespielt werden.

Dark Orbit ist ein Vorzeigeexemplar dieser Multiplayerspiele. Hier tritt man mit und gegen unzählige andere Spielende an. Man ist Weltraumpilot und es gilt einige Aufträge zu erledigen. Dafür müssen die Spielenden entweder wertvolle Ressourcen sammeln oder Gegner bekämpfen. Das klappt im Team besser als alleine. Vom Lohn für erfolgreiche Missionen kann das Raumschiff aufgerüstet werden. Dark Orbit überzeugt bezüglich Grafik und Spielhandlung nicht, dennoch erfreut es sich großer Beliebtheit. Aber Vorsicht, es kann zum echten Zeitfresser werden. Aus diesem Grund sollten es Kinder erst ab 12 Jahren spielen.

Zu den komplexesten Browsergames zählen Simulationen. Sie erfordern nicht nur ein Verstehen der vielschichtigen Zusammenhänge, sondern setzen oft auch eine intensive Auseinansetzung mit den spielerischen Abläufen und Regeln voraus. Hier gibt es enorme Unterschiede zwischen den Spielen.

Wurzelimperium ist beispielsweise eine Wirtschaftsimulation für Einsteiger. Wer schon immer mal seine Qualitäten als Profigärtner unter Beweis stellen wollte, ist hier genau richtig. Neben dem Anbau und der Pflege von Pflanzen werden die Produkte auch gehandelt. Denn so ein Garten muss schließlich finanziert werden. Und natürlich gibt es jede Menge Ziergegenstände, um das kleine Reich zu verschönern. Wurzelimperium ermöglicht Kindern ab 10 Jahren und Genreneulingen erste Schritte in den Bereich der Simulationen. Die Zusammenhänge sind leicht verständlich und das Handling einfach.

Ein weiteres Beispiel für eine Simulation ist Kapiland, welches um einiges komplizierter ist. Ein globales Unternehmen ist nun mal kein Kleingarten. Die Spielenden müssen gut planen und vorausschauend agieren. Strategie, Ausdauer und Organisationstalent sind hier gefragt. Ein Tutorial erleichtert den Start und führt Einsteigerinnen und Einsteiger durch alle Bereiche des Spiels. Aufgrund komplexer Zusammenhänge ist Kapiland jedoch erst für Kinder ab 14 Jahren zu empfehlen.

Natürlich stellen diese Spiele nur einen kleinen Ausschnitt aus dem weiten Feld der Browsergames dar. Fast täglich kommen neue dazu und es ist unmöglich den Überblick zu behalten. Aus diesem Grund beschäftigt sich spielbar im zweiten Teil von „Browsergames – Ein weites Feld“ in der kommenden Woche mit spielübergreifenden Fakten und Tendenzen - eine Orientierungshilfe für Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen.

Weiterführende Links

Onlinespiele – Was ist das eigentlich?

Dossier des Spieleratgebers NRW
Online-Browsergames


Weblinks

Molestown

Darfur is dying

Dark Orbit

Wurzelimperium

Kapiland
Torsten Bachem
Dieser Artikel wurde verfasst von:

4 Kommentare

Gast schreibt:

[...] Browsergames – Ein weites Feld (Teil1) [...]

07.04.2009 um 09:56
Gast schreibt:

Aktuelle Browserspiele werden von spielbar auch im neuen Schau Hin!-Elternratgeber präsentiert, der heute erschienen ist und kostenlos bestellt werden kann:
http://schau-hin.info/fileadmin/content/pdf/Ratgeber_2009/SH__090423_Medienratgeber_02_2009_final_fs.pdf

Hintergrundinfos zur Kampagne:
Persönliche Daten von Kindern im Internet schützen
Welche Daten sollten Kinder auf keinen Fall ins Internet stellen und
welche Sicherheitsregeln gelten im www? Informationen und Tipps zu
diesen und weiteren Fragen gibt die Elterninitiative "SCHAU HIN! Was
Deine Kinder machen". Kostenlose Flyer und Medienratgeber können unter
www.schau-hin.info bestellt werden.

28.04.2009 um 10:38
Gast schreibt:

[...] Projekten des USC Game Innovation Lab, das unter anderem schon mit Spielen wie flOw, Cloud oder Darfur is Dying bekannt geworden ist, stellte sie den Prozess bei der Entwicklung experimenteller Computerspiele [...]

18.06.2012 um 10:56
Gast schreibt:

Ich kann das Gartenspiel Wurzelimperium auch nur jeden empfehlen. Ich selber spiele es schon einige Zeit ohne wie bei manch anderen Browserspielen langeweile zu verspüren. Es ist aber nicht nur ein Gartenspiel, sondern hat auch etwas mit Wirtschaftsimulation und Strategie zu tun.

08.08.2013 um 18:39


Schreib einen Kommentar

* Pflichtangaben