Jugendschutz bei Onlinespielen
Was Ist PEGI Online?
29.01.2009 - eingestellt in Debatten & Studien, Familie & Schule, News, Onlinespiele
Onlinespiele gelten als Schwachstelle des Jugendschutzsystems. Für sie gibt es kein verbindliches System der Alterseinstufung. Einzige Orientierungshilfe für Eltern ist derzeit das Gütesiegel PEGI Online, das vom Herstellerverband ISFE vergeben wird. Was bedeutet das Siegel also genau?
Die Infoseite zu PEGI Online (Bild: www.pegi.info)
Onlinespiele erhalten in Deutschland keine gesetzliche Alterskennzeichnung durch die USK, außer sie werden gleichzeitig auf einem Trägermedium – in der Regel eine DVD-ROM – veröffentlicht. Nicht auf Ihre Alterseignung geprüft werden Browserspiele und Downloadangebote, die im Internet in großer Vielfalt zu finden sind. Internationale verbindliche Regelungen sind im World Wide Web kaum durchsetzbar. Aus diesem Grund wurde 2007 PEGI Online ins Leben gerufen, eine Selbstverpflichtung der Spieleanbieter, die zumindest auf europäischer Ebene organisiert ist. Diese baut auf das PEGI-System zur Alterseinstufung von Computerspielen auf, das schon seit Jahren in vielen europäischen Ländern genutzt wird, nicht aber in Deutschland. Da viele einschlägige Spieleseiten nicht aus Deutschland stammen, ist das PEGI Online-Logo trotzdem eine brauchbare Orientierungshilfe für Eltern in Deutschland.
Das PEGI Online-Siegel wird auf Internetseiten abgebildet, die sich zur Einhaltung eines Mindeststandards in puncto Jugendschutz verpflichtet haben. Die Anbieter übernehmen den PEGI Online Safety Code (POSC). Damit verpflichten sie sich, für Kinder und Jugendliche unpassende Materialien von ihrer Website zu entfernen und für ein angemessenes Verhalten ihrer User zu sorgen. Und wenn sie daraufhin ihre Spiele beim PEGI-System registriert haben, dürfen sie das offizielle PEGI Online Logo verwenden. Dazu wird für jedes Spiel vom Hersteller ein Online-Bewertungsformular zu den Spielinhalten ausgefüllt. Aus den Antworten leitet sich eine Altersempfehlung ab.
![]() Die ISFE-Seite schmückt sich mit vielen Videospielhelden |
Eltern soll damit ein leicht verständliches Werkzeug zur Verfügung gestellt werden, mit dem sie Internetseiten besser bewerten können, um ihre Kinder vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Somit ist es für Eltern empfehlenswert, auf das PEGI Online-Logo zu achten. Einschränkend gilt es aber zu bedenken, dass die PEGI-Kennzeichnung nur eine Mindestanforderung ist und keine pädagogische Empfehlung. Außerdem nimmt, betrachtet man das gesamte Internetangebot, nur ein Bruchteil der Spielseiten an dem Verfahren Teil. Für Eltern ist es also wichtig, trotzdem genau hinzusehen, welche Seiten ihre Kinder nutzen.
Getragen wird das PEGI-System von der Interactive Software Federation of Europe (ISFE), der zahlreiche Spielehersteller angehören. Viele europäische Staaten unterstützen die von der ISFE vorgenommen Alterseinstufungen. In Deutschland haben die PEGI-Kennzeichen jedoch keine rechtliche Verbindlichkeit. Mehr zum Jugendschutz in Deutschland findet sich bei spielbar im Praxiswissen Computerspiele.
Weiterführender Link
Onlinespiele – Was ist das eigentlich?
Weblinks
Der PEGI Online Safety Code (POSC)



Einführung zu Computerspielen.
Informationen zu Historie, Genres, Faszinationskraft und Jugendmedienschutz. Mit Glossar.
