JIM-Studie 2008
Spielvorlieben Jugendlicher
29.12.2008 - eingestellt in Bücher & Materialien, Debatten & Studien, Familie & Schule, News
Seit zehn Jahren untersucht die Studie „Jugend, Information, (Multi-) Media“ (kurz: JIM) im jährlichen Turnus den Medienumgang 12- bis 19-jähriger. 2008 lag ein Schwerpunkt auf Computer- und Konsolenspielen und den Spielvorlieben von Jugendlichen. Auch nach Altersbegrenzungen wurde gefragt.
Die JIM-Studie, die vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) herausgegeben wird, ist eine Basisstudie zum Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen. Von allen Jugendlichen in Deutschland wurde 2008 eine repräsentative Stichprobe von über 1.200 jungen Menschen zwischen 12 und 19 Jahren telefonisch befragt.
Themenschwerpunkte der Untersuchung sind unter anderem Musiknutzung, Bücher, Fernsehen, Radio, Computer, Internet und Handy. 2008 wurden Computer- und Konsolenspiele genauer unter die Lupe genommen. Eine Frage galt den Spielvorlieben von Mädchen und Jungen nach Genres.
Dabei zeigten sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Besonders ungleich ist das Verhältnis bei Shootern/Actionspielen. Diese präferieren fast die Hälfte der Jungen aber nur sechs Prozent der Mädchen. Weitere „Jungsdomänen“ sind Rennspiele und Fußballspiele. Mädchen bevorzugen dagegen Strategiespiele und Denkspiele.
Eine weitere Fragestellung der diesjährigen Untersuchung galt der gesetzlichen Alterskennzeichnung. Hierzu existieren Vergleichszahlen aus dem Jahr 2005. Immerhin 83 Prozent der Befragten gaben an, die Kennzeichen zu kennen. Spannender gestaltete sich darüber hinaus die Frage, ob die Jugendliche schon einmal Spiele genutzt haben, für die sie laut Altersbegrenzung zu jung waren.
![]() “Schon Spiele genutzt, für die man (lt. Altersbegrenzung) zu jung war” Grafik: mpfs.de |
Dies bejahten mit 64 Prozent knapp zwei Drittel der Jugendlichen (2005: 61 Prozent). Vor allem bei den Jungen ist der Anteil mit 82 Prozent der Befragten ausgesprochen hoch. Hauptbezugsquellen von altersbeschränkten Spielen sind die Freunde der Jugendlichen sowie das Internet. Darüber hinaus spielen Fachgeschäfte, Mitschülerinnen und Mitschüler und auch die Eltern eine wichtige Rolle. Dies ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass ein Schwachpunkt des Jugendschutzsystems im Vollzug der Regelungen liegt.
Gleichzeitig berichten die Jugendlichen relativ selten davon, dass die Computerspielnutzung zu innerfamiliären Konflikten führe. Gleich 70 Prozent der Jugendlichen geben an, mit ihren Eltern NIE Probleme aufgrund von Computer- oder Konsolenspielen zu haben. Ein im Hinblick auf die emotional geführte öffentliche Diskussion um Computerspiele überraschendes Ergebnis.
![]() “Probleme mit den Eltern” Grafik: mpfs.de |
Die komplette JIM-Studie kann unter www.mpfs.de kostenlos herunter geladen werden. Für Anfang 2009 ist eine weitere Untersuchung für die Altersgruppe der 6- bis 13-jährigen angekündigt (KIM 2009).
Weblinks
Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest




Einführung zu Computerspielen.
Informationen zu Historie, Genres, Faszinationskraft und Jugendmedienschutz. Mit Glossar.

18.02.2009 um 16:20
[...] JIM-Studie 2008 – Spielvorlieben Jugendlicher [...]
06.05.2009 um 15:22
[...] Es lässt sich festhalten, dass der Anteil von Mädchen und Frauen unter den Spielenden zwar größer wird, Jungen und Männer aber immer noch die Mehrheit bilden. Die Geschlechterunterschiede betreffen weiterhin nicht nur die Nutzungshäufigkeit, sondern auch die Genrevorlieben. Jungen spielen beispielsweise lieber Actionspiele oder Simulationen, dagegen spielen mehr Mädchen als Jungen Strategie- oder Lern- und Denkspiele. [...]