Eets
24.06.2008 - eingestellt in Independent Games, Spielebeurteilungen
Im Rahmen unseres Independent-Games-Specials soll an dieser Stelle an einen echten „Klassiker” der Indie-Szene erinnert werden: Das 2006 erschienene Puzzlespiel Eets, das gerade (in einer gegenüber dem Original leicht modifizierten Version) auf der Xbox Live Arcade-Plattform wiederveröffentlicht wurde.
| Genre: Denkspiel | Hersteller: Klei Entertainment |
| Plattform: PC, Xbox Live |
Erscheinungsdatum: 2006 |
| USK: ohne Altersbeschränkung | spielbar: ab 7 Jahre |
Von Tobias Hübner
Eets wird von den Programmierern als „Verbindung von Lemmings und The Incredible Machine” beworben und tatsächlich ist der Vergleich mit diesen Evergreens statthaft, denn auch Eets verleitet oftmals dazu „nur noch ein Level” zu spielen, auch wenn das Spiel in der Komplexität der Rätsel nicht an die genannten Titel herreicht. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch auch, dass Eets im Vergleich zu anderen Denksporttiteln deutlich kurzweiliger und somit vor allem für Casual Gamer bestens geeignet ist. Was das Spiel außerdem von der Konkurrenz abhebt, ist eine sehr glaubhafte Physik-Engine, die dafür sorgt, dass sich die Gegenstände im Spiel ihrer Größe und Beschaffenheit nach realistisch verhalten.
Im Mittelpunkt des Spiels steht ein (optisch ziemlich einzigartiger) Comic-Charakter namens „Eets”, der alles verschlingt, was ihm in den Weg kommt. Eets rennt wie ein Lemming gegen Mauern oder stürzt Abgründe hinunter, wenn er nicht vom Spieler daran gehindert wird. Interaktionsmöglichkeiten bestehen in den ersten Leveln vor allem darin, Eets kleine Marshmallows in den Weg zu legen, die dieser verschlingt und ihn beispielsweise dazu bringen, an einer Klippe umzudrehen oder weiter zu springen.

Das Ziel eines Levels ist, Eets zu einem Puzzlestück zu führen; wird es berührt, ist das Level gemeistert. Im weiteren Spielverlauf kommen immer neue Gegenstände mit anderen Eigenschaften hinzu, die aufgrund der immer komplexeren Kombinationsmöglichkeiten den Schwierigkeitsgrad stetig anheben. Insgesamt gibt es sieben thematisch unterschiedliche Spielwelten mit jeweils ca. 15 – 20 Leveln.
Als PC-Version ist das Eets für wenig Geld im Fachhandel oder als Download erhältlich.
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Einführung zu Computerspielen.
Informationen zu Historie, Genres, Faszinationskraft und Jugendmedienschutz. Mit Glossar.

24.06.2008 um 17:16
Die Präsentation des Spiels ist schlicht, aber dennoch sehr gut gelungen. Die Cartoongrafik lässt das Spiel nicht nur sehr aufgeräumt, sondern auch originell wirken, was jedoch auch an den witzigen Ideen der Programmierer liegt. Im Verlauf des Spiels tauchen sowohl radioaktiver Ginseng als auch niesende Schweine und Schokowolken auf, wodurch das Spiel zwar durchaus absurde, aber nie wirklich kindische Züge bekommt. Die Grafik ist sehr bunt, aber durch die Abstraktion und Originalität auch für erwachsene Spieler erträglich; zudem werten unterschiedliche Lichteffekte und liebevolle Details die Optik weiter auf. Lediglich die Hintergrundmusik wirkt schnell eintönig.
Eets wirkt (im Gegensatz zu anderen Indie-Games) an keiner Stelle unfertig oder verbesserungsfähig. Es ist schwer denkbar, wie die Spielidee sowohl optisch als auch spielerisch stimmiger umgesetzt werden könnte. Zahlreiche Zusatzfeatures, wie das motivierende Achievement-System, das den Spieler mit der Verleihung von Trophäen für besonders ausdauerndes und durchdachtes Spielen belohnt oder der sehr einfach zu bedienende Leveleditor zeigen zudem, wie sehr die Programmierer darauf bedacht waren, ein ausgereiftes Produkt auf den Markt zu bringen. Dass ihnen das auch wirklich gelungen ist, zeigt die auch zwei Jahre nach Erscheinen des Spiels (was in der Spieleindustrie schon fast eine Ewigkeit ist) noch aktive Community, die weiterhin fleißig neue Levels baut. Für Liebhaber von Puzzle- und Knobelspiele am Computer ist Eets daher auch heute noch ein echter Geheimtipp!