Januar-Special: Diskussion um Computerspielsucht
10.01.2008 - eingestellt in Computerspielsucht, Debatten & Studien, News
Hinsichtlich der Computerspielnutzung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mehren sich die Berichte über exzessives und süchtiges Spielverhalten. Das Schlagwort „Computerspielsucht” macht die Runde. Kritisch beäugt wird insbesondere das Genre der Online-Rollenspiele.
Dass gerade neue Games die Spielenden stundenlang vor dem Bildschirm fesseln, ist kein Geheimnis. Nicht selten rufen sie lang anhaltende Spielphasen hervor, die in der Regel dann nach einer gewissen Zeit wieder abebben. Was aber wenn das Spielen zur Sucht wird? Diese Frage ist Gegenstand aktueller Debatten, in denen von „Computerspielsucht” die Rede ist. Eine eindeutige Definition dieses Begriffs steht allerdings noch aus, die Forschung zu diesem Themenfeld steht noch am Anfang. Schwierig gestaltet sich insbesondere die Abgrenzung zwischen Begeisterung und Leidenschaft einerseits und Sucht andererseits.
Eine etwas allgemeinere Diskussion dreht sich um Internetabhängigkeit. Hier spielen Online-Games – neben netzbasierter Kommunikation und pornographischen Webinhalten – mit die Hauptrolle. Im Fokus aktueller Debatten steht daher insbesondere das Suchtpotenzial von MMPORGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games), zu denen beispielsweise das sehr erfolgreiche Spiel World of Warcraft (» Spielebeurteilung auf spielbar.de) zählt. MMPORGs binden die Spielenden in besonderem Maße, da die Spielwelten rund um die Uhr verfügbar sind und Spielaufgaben häufig nur gemeinsam in Gruppen (Gilden) gelöst werden können. Die Spielenden berichten etwa davon, dass sie nachts ihren Wecker stellen, um eine Verabredung in der virtuellen Spielwelt einzuhalten.
spielbar wird das Thema „Computerspielsucht” in den kommenden Wochen aufgreifen und eine kurze Einführung in das Forschungsfeld geben. Was ist genau unter Computerspielsucht zu verstehen? Welche Symptome treten auf? Wie verbreitet ist das als pathologisch einzustufende Computerspielverhalten? Und auf welche Warnzeichen sollten insbesondere Eltern achten?
Links zum Thema
Interdisziplinären Suchtforschungsgruppe (ISFB)
Forschungsbereich Computerspielsucht am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN)
Suchtforschung von Electronic Arts


Einführung zu Computerspielen.
Informationen zu Historie, Genres, Faszinationskraft und Jugendmedienschutz. Mit Glossar.
