Genius – Im Zentrum der Macht
17.12.2007 - eingestellt in Serious Games, SpielebeurteilungenPädagogische Beurteilung
Serious Games haben mit vielen Problemen zu kämpfen. Einmal reicht das Budget nicht aus, um eine ansprechende Spielgrafik zu gestalten. Ein anderes Mal gelingt die Verbindung von Unterhaltung und lehrreichen Inhalten nicht wirklich. Die Jugendlichen in den Testgruppen gehen deshalb immer besonders kritisch mit Spielen um, die ihnen lehrreiche Inhalte allzu aufdringlich vermitteln wollen.
Ein stimmungsvolles Video wirft direkt zu Beginn einen Blick auf die Entstehung und die Bedrohung der Demokratie. Viele Jugendliche schauen sich diese Intros gar nicht erst richtig an. Daher scheint es bei einem Einsatz in der Schule sinnvoll zu sein, dieses Video gesondert zu behandeln. Nicht zuletzt, weil es auch viele wichtige Themen des späteren Spiels enthält.
Viele Jugendliche kannten das Spielprinzip von „Genius – Im Zentrum der Macht” bereits aus Spielen wie Sim City oder City Life. Die Grafik wurde von den Spielern als durchschnittlich bewertet. Sie kann mit aktuellen Städtebausimulationen nicht konkurrieren, bietet auf der höchsten Qualitätsstufe jedoch trotzdem viele Details und eine gute Übersicht. Gerade die jüngeren Schüler hatten jedoch Probleme das Spiel trotz der moderaten Hardwareanforderungen auf ihren privaten Rechnern zum Laufen zu bringen, da ihnen oft eine geeignete Grafikkarte fehlte. Der Sound unterstützt das Spielerlebnis. Besonders die vielen eingesprochenen Kommentare der Spielfiguren wurden von den Jugendlichen positiv erwähnt.
Die Steuerung erfolgt überwiegend mit der Maus und ist auch für Anfänger schnell zu erlernen. Eine Einführung erklärt die grundlegenden Funktionen und leitet den Spieler durch die erste Aufgabe. Spieler, die nicht bereit waren sich mit den Texten und Erklärungen auseinander zu setzten, bekamen später Probleme im Spiel, da ihnen wichtige Funktionen im Spiel verborgen blieben. Hierdurch entstand bei diesen Spielern schnell Frustration und der Eindruck, dass das Spiel zu schwer sei. Mit dem Hinweis auf das Handbuch konnten einige Probleme und Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, jedoch nutzen Jugendliche diese Möglichkeit erfahrungsgemäß nur selten.
Spieler, die sich auch privat mit Städtebausimulationen und Managementspielen beschäftigten, kamen auch mit „Genius – Im Zentrum der Macht” sehr schnell zurecht. Sowohl das grundlegende Spielprinzip, als auch viele Feinheiten waren ihnen aus anderen Spielen bekannt. Besonders diese erfahrenen Spieler äußerten sich kritisch über die Länge des Spiels. Vier Abschnitte waren ihnen einfach zu wenig Inhalt für ein vollwertiges Spiel und ihnen fehlte ein freier Spielmodus, in dem man eine eigene Stadt ohne Zeitdruck frei entwickeln kann. „Vielleicht können die das ja durch einen Patch nachliefern.” (Spieler, 14 Jahre). Die Motivation, sich nach erfolgreichem Absolvieren der Kampagne weiterhin mit dem Spiel zu beschäftigen, würde durch einen freien Modus deutlich erhöht werden. Der niedrige Anschaffungspreis des Spiels im Vergleich zu anderen Produkten würde durch diese Erweiterung der Spielinhalte noch einmal deutlich an Attraktivität gewinnen. » mehr


Einführung zu Computerspielen.
Informationen zu Historie, Genres, Faszinationskraft und Jugendmedienschutz. Mit Glossar.
17.12.2007 um 10:42
“Genius – Im Zentrum der Macht“ schafft eine gelungene Verbindung von Unterhaltung und einem lehrreichen Thema. Politische Zusammenhänge werden geschickt mit der spielerischen Ebene verbunden, ohne den Spieler dabei zu langweilen. Aufgrund der Komplexität des Spiels und dem vorausgesetzten politischen Wissen eignet sich das Spiel für Kinder ab einem Alter von 12 Jahren. Jüngere Kinder können das Spiel bedenkenlos spielen, werden es aber wahrscheinlich nicht verstehen. Ein Einsatz im Schulunterricht ist unter bestimmten o. g. Bedingungen denkbar.
27.12.2007 um 18:58
Dieses Spiel ist inkompatibel zur Hardware der Zielgruppe. Die Anforderungen an die Grafikkarte sind derart hoch, dass das Spiel selbst auf neuen Office-Computern nicht läuft. Spielbar ist das Spiel nur auf Gamer- Computern. Für Eltern, die ihren Kindern vernünftige Software anbieten woll(t)en, ist dieses Spiel eine maßlose Enttäuschung. Ob echte “Gamer” sich solche Software reinziehen bezweifle ich energisch. Zusammenfassung: für Normalos nicht spielbar, es sei denn man kauft sich eine neue Grafikkarte
02.01.2008 um 11:06
Die Entwickler von “Genius – Im Zentrum der Macht” legten offensichtlich besonderen Wert auf eine wirklichkeitsnahe Grafik, da diese den (anspruchsvollen) Sehgewohnheiten der jugendlichen Zielgruppe gerecht wird.
(siehe dazu den Beitrag “Auf ins Kanzleramt!” unter
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/710178/)
27.03.2008 um 13:30
“Genius – Im Zentrum der Macht” kann seit Januar 2008 gegen eine Bereitstellungspauschale direkt bei der Bundeszentrale für politische Bilduing bestellt werden.
Alle Informationen dazu finden sich hier
http://www.bpb.de/publikationen/BB1X9Q,0,0,Genius_Im_Zentrum_der_Macht.html
07.07.2008 um 18:13
[...] Preisträger dagegen selten. Eine der wenigen Ausnahmen ist „Genius – Im Zentrum Macht” (» Spielbesprechung). Das von der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelte Serious Game erhielt sowohl das [...]
22.02.2009 um 11:43
Das Spiel ist für mich eine masslose Enttäuschung, da es wie schon gesagt auf einfachen Rechnern nicht läuft und auch mit den anderen Geniusspielen nicht mithalten kann.