Deutscher Kulturrat veröffentlicht
„Streitfall Computerspiele“

15.08.2007 - eingestellt in Bücher & Materialien, Debatten & Studien, News

auspolitikundkultur_75_1.jpgComputerspiele gehören laut Olaf Zimmermann, dem Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, „wie das Fernsehen, Pop- und Schlagermusik, der Unterhaltungsfilm oder die Unterhaltungsliteratur selbstverständlich zum kulturellen Leben“.

Der Deutsche Kulturrat hat am 14.8. das Buch „Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin werden in Beiträgen von 35 Autorinnen und Autoren sehr unterschiedliche Positionen zum Thema Computerspiele und deren kultureller Bedeutung vertreten. So kommen Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen und der bayerische Innenminister Günther Beckstein zu Wort, die eine stärkere Kontrolle und neue strafrechtliche Bestimmungen für Computerspiele fordern. Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW und Fritz Rudolf Körper, Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion halten den bestehenden gesetzlichen Rahmen dagegen für ausreichend.

Aus Sicht der Jugendforschung wird von Wilfried Kaminski, Professor für Kulturpädagogik an der Fachhochschule Köln und Lothar Mikos, Professor für Fernseh- und Medienwissenschaft an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ klargestellt, dass Kinder und Jugendliche zwischen Spiel und Realität sehr wohl unterscheiden können.

Das Buch will und kann keine abschließende Antwort auf die Frage geben, ob Computerspiele ein „Kulturgut“ sind. Laut dem Tagesspiegel sind da auch die Mitglieder des Kulturrates nicht einer Meinung, sie kommen zu dem Schluß: „Videospiele sind ein wesentlicher Bereich der Kulturwirtschaft.“ Zwar seien sie nicht der Hochkultur zuzurechnen, ebenso wenig aber nur Teil der Jugendkultur. Die Auseinandersetzung mit Computerspielen sei aber unumgänglich, damit der Anschluss an die Jugend nicht verloren gehe.

Weiterführende Links:

Homepage des Deutschen Kulturrates

„Spiel mit der Gewalt“ (Artikel auf tagesspiegel.de )

„Kunst, Kultur und Killerspiele“ (Artikel auf golem.de )

Einen Kommentar zu “Deutscher Kulturrat veröffentlicht
„Streitfall Computerspiele“”

  1. dj schreibt:

    Kulturgut? Hochkultur?

    Ich erinnere mich da an Ziehe und seine Forderung kulturelle Enthierarchisierung als konstitutiven Bestandteil pädagogischer Professionalität voranzutreiben.

    Bei diesem Buch waren wohl Amateure am Werk 😉

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