spielbar-Jugendredaktion

Angespielt: Close

04.11.2017
Die Ausstellung ist Kernbestandteil des PLAY-Festivals. Die Besucherinnen und Besucher entdecken hier aktuelle Indie-Games und natürlich auch die nominierten für den Creative Gaming Award. Unsere Jugendredakteurin hat sich eines der Spiele heraus gepickt. Es heißt: Close.

„A fox is on a journey through a vast and snowy landscape. Wrapped in a warm coat you may follow him and become a part of his quest. Close is a poetic and atmospheric exploration game about yourself and the other one, about being alone and being together“ (www.close-game.com)

Alles ist weiß und kalt. Du bist allein. Trägst einen
warmen Mantel. Du erkundest die Gegend.
Alles um dich herum ist weiß und kalt, doch du trägst einen warmen Mantel. Du läufst los. Siehst Bäume und zugefrorene Seen, manchmal eingeritzte Zeichen in den Bäumen oder ein verrostetes Auto. Plötzlich entfernt sich deine Sicht aus dem Wald, die Bäume werden grauer und schließlich auch weiß. Ein Schriftzug erscheint: „Take your time“ Du beginnst von neuem. Was war das?

Du bist doch nicht allein. Freund oder Feind?
Du streifst wieder durch die schneebedeckte Landschaft. Nach langer Zeit siehst etwas rotes am Rand des Bildschirm, du folgst ihm. Es ist der Fuchs. Ist er dein Freund oder dein Feind? Er läuft um dich herum. Er läuft weg und springt während er sich zu dir umdreht. Du folgst ihm für eine lange Zeit. Er führt dich zu seinem Bau und verschwindet darin. Und wieder entfernt sich deine Sicht aus dem Wald. Der Schriftzug „Everything is ok“ erscheint. War das richtig? Oder hat du etwas falsch gemacht?

Nach mehrmaligem Spielen fällt ein entscheidender Aspekt vom Indie-Game „Close“ auf. Nicht du spielst dieses Spiel, sondern der Fuchs. Er entscheidet, wann du ihm über den Weg läufst, ob du ihn überhaupt siehst und wann das Spiel zu Ende ist. Du bist nur ein Teil seiner Welt. Manchmal triffst du ihn, kannst springen und denkst so mit ihm zu kommunizieren. Manchmal springt er auch und möchte, dass du ihm folgst. Manchmal endet er das Spiel als du ihn gerade entdeckt hast. Close ist ein poetisches und atmosphärisches Spiel, mit einer minimalen Grafik und beruhigender Hintergrundmusik. Es ist ein Spiel des Entdeckens, von dir selbst und dem anderen. Vom alleine und zusammen sein.

Eine unglaublich philosophische Idee, die beim flüchtigen Blick auf die PLAY-Ausstellung keine Aufmerksamkeit auf sich zieht, aber beim tiefgründigen Erfahren sehr zum Nachdenken anregt. Alleine die Vorstellung, dass nicht der Spieler das Spiel bestimmt, sondern eine Figur im Spiel ist unglaublich interessant. Deshalb ist „Close“ auch einer der Finalisten des Independent Games Festival.
Platzhalter
Dieser Artikel wurde verfasst von:
Isabelle Rau (spielbar-Jugendredaktion)

Bildnachweis

[1]Montage spielbar.de[2]Montage spielbar.de