Trend-Orakel: Was erwartet uns 2017?

03.01.2017
Virtual Reality und Augmented Reality sind bereits auf dem Vormarsch. Aber schaffen sie es dieses Jahr, den Massenmarkt zu erobern? Von neuen Möglichkeiten beim Mobile Gaming bis hin zum E-Sport - wir wagen einen Blick in die Zukunft.


Ist Virtual Reality (VR) schon massentauglich?


Seit der Präsentation des Prototypen der Oculus Rift auf der Gamescom 2013 ist ein steigender Virtual Reality Trend zu verzeichnen. Dennoch blieb ihr der Eintritt in den Alltag bisweilen verwehrt und das, obwohl im vergangenen Jahr gleich mehrere Modelle sogenannter VR-Brillen auf den Markt kamen. Das Problem: Sie sind sehr teuer. Die Modelle Oculus Rift oder HTC Vive kosten über 600 Euro. Es gibt auch VR Brillen, die für Handys gebaut wurden. Sie sind entsprechend günstiger. So kostet die Samsung Gear-VR nur 70 Euro, benötigt dafür aber sehr teure und leistungsstarke Handys. Neben den hohen Kosten ist ein Problem, dass viele beliebte Spiele noch auf die neue Technik angepasst werden. Es mangelt derzeit schlicht an Software.

Das wird sich vermutlich bald ändern. Während bislang vor allem Indiegame-Entwickler spannende Virtual-Reality-Projekte auf den Markt gebracht haben, schließen sich zunehmend auch kommerzielle Entwickler erfolgreicher Spieletitel an. Fallout 4 wird beispielsweise für die HTC-Vive erscheinen und Resident Evil für die Playstation VR. Sie versprechen ein neues intensiveres Spielerlebnis. Durch die neuen und zunehmenden Angebote lohnt sich der Kauf einer VR-Brille immer stärker. Somit wird Virtual Reality 2017 möglicherweise einen Aufschwung erleben.
Verschiedene Spiele wie Resident Evil werden 2017 für VR-Brillen erscheinen.

E-Sport - auch hier hält VR Einzug


E-Sport bezeichnet den Computerspiel-Wettkampf auf sportlichem Niveau. Genauso wie Fußball oder Formel 1 hat E-Sport mittlerweile viele Zuschauer und Preisgelder. Das Finale der League of Legends (LoL) Weltmeisterschaft 2016 konnte sogar auf Sport1 im Free TV angeschaut werden. Somit gab es 2016 auch schon große Fortschritte beim E-Sport.

Dieses Jahr gibt es aber wieder eine Neuheit: VR wird 2017 auch beim Streaming von E-Sport zum Einsatz kommen. Dabei können Zuschauer/innen ihr Spiel über einen Livestream mit VR-Brille sehen und haben ein 360 Grad Blickfeld. Diese neue Art zu streamen besitzt Potential, denn die Zuschauer können sich so fühlen, als wären sie live dabei.Das Zuschauen ist dann weniger passiv sonder kann aktiv mitgestaltet werden. Nur der hohe Preis könnte dem Erfolg dieses Streamings im Weg stehen



Augmented Reality 2.0: Was kommt nach Pokemon Go?


Eine andere technische Entwicklung besitzt großes Potential für das Jahr 2017: Augmented Reality (AR). Mit dem Erfolg der Spiele-App Pokémon GO feierte AR einen der größten Hypes des letzten Jahres. Augmented Reality bedeutet, dass die Realität um computergenerierte Elemente erweitert wird. Im Fall von Pokémon Go zum Beispiel sind das die namensgebenden Phantasiewesen, die durch die Handykamera sichtbar werden.
Nun hat das Interesse an Pokémon Go mittlerweile wieder stark nachgelassen, denn die App bietet zu wenig Abwechslung, um Spielende langfristig zu motivieren. Der anfängliche generationsübergreifende Erfolg spricht jedoch für die Entwicklung weiterer Spiele mit AR-Technik. Nicht zuletzt, weil Mobile Games für Handys und Tablets im vergangenen Jahr weiterhin an Relevanz gewannen. Das geht auch aus der Jim-Studie 2016 hervor. 45% aller Jugendlichen spielen demnach täglich oder mehrmals pro Woche Handyspiele.
Der Hype um Pokemon GO macht das Potential von Augmented Reality Games deutlich.

Risiken? – Wenn Realität und Virtualität verschwimmen


Virtual und Augmented Reality bergen auch das Potenzial für viele Diskussionen im kommenden Jahr. Gerade für Spiele in der Ego-Perspektive ist diese neue Technik wie gemacht und bieten ein noch intensiveres Spielerlebnis. Was für viele Enthusiasten/innen mehr Spaß bedeutet, könnte auch viel Kritik auf sich ziehen - insbesondere in Bezug auf Ego-Shooter und andere Spiele, die von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ab 18 Jahren freigegeben wurden. So wird 2017 wohlmöglich eine öffentliche Diskussion um Suchtpotenzial und Realitätsverlust neu losgetreten. Alles in allem verspricht das neue Jahr sehr interessante Entwicklungen. Die aktuellen Trends werden die Gaming-Welt vor allem technisch stark verändern. Was bleibt ist, dass spielbar.de Sie bei allen Entwicklungen auf dem Laufenden halten wird. Wer nichts verpassen möchte, kann unseren Newsletter abonnieren oder uns auf Twitter und Facebook folgen.
David Koch
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]Screenshot von LoL Esports TV - Tournaments[2]Bild von Capcom (links) und Ubisoft (rechts)[3]Bild von Niantic

Siehe auch

JIM-Studie 2016 zum Mediennutzungsverhalten 12- bis 19-Jähriger
JIM-Studie 2016

Mobile Games beliebteste Spielform

Die jährlich erscheinende JIM-Studie trifft Aussagen zum Mediennutzungsverhalten der 12- bis 19-Jährigen. Die aktuellen Zahlen bieten wenig Überraschungen: Digitale Spiele, vor allem Mobile Games, sind weiterhin fest im Alltag der Kinder und Jugendlichen verankert.

Virtual Reality 2.0: Aktuelle VR-Projekte

Seit einigen Jahren ist Virtual Reality ein großes Thema auf Fachtagungen, Spielemessen und Veranstaltungen rund um das Thema Gaming. Seitdem haben sich kreative Entwicklerinnen und Entwickler mit der neuen Technologie auseinandergesetzt und erstaunliche Projekte in die Wege geleitet. Wir stellen drei davon vor.

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